Saarbrücken, München: «bohner_celis»

Gerhard Bohner, Stijn Celis «bohner_celis»

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«Ein großer Augenblick des Theaters» lautete 1971 das Fazit von Klaus Geitel – «nicht allein des Balletts». «Was ist geschehen? Was geschieht überhaupt?», das fragt nicht nur er sich zu Anfang einer Kritik, die seinerzeit noch dreispaltig in der Tageszeitung «Die Welt» hat erscheinen können. Seine Antwort: «Eine Phantasmagorie des Grauens, der Verfolgung, der Qual, der Hoffnungslosigkeit jagt über die Bühne. Choreografie im Würgegriff des Geschehens. Blutiger Spuk. Nachtmahre. Ängste. Tanz – herausgefoltert aus gepeinigten Körpern, in unaufhörlichen Torturen hervorgerenkt.

Wortlose Schreie werden zu Fleisch und Blut.»

Hätte die Uraufführung «Die Folterungen der Beatrice Cenci» von Gerhard Bohner dieser Tage stattgefunden, würde ein Kritiker vermutlich weniger schockiert reagieren. Gewaltdarstellungen sind inzwischen auch auf der Ballettbühne üblich geworden. Bei der Aufführung im Saarländischen Staatstheater handelt es sich indes um ein Tanzfonds-Erbe-Projekt, und das heißt: um die Rekonstruktion eines Balletts, das 1971 an der Akademie der Künste in West-Berlin gleich aus mehreren Gründen die Sehgewohnheiten des Publikums sprengte. Zum einen natürlich als Werk, das seinerzeit als ...

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Tanz März 2018
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz

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