Rückzug
Kenneth Greve macht Schluss. Zumindest in Helsinki. Seit 2008 amtiert er dort als Direktor des Finnischen Nationalballetts, und das offenbar zu beidseitiger Zufriedenheit. Sonst hätte er den Vier-Jahres-Vertrag nicht um die gleiche Dauer verlängert. Wie seine Vorgängerin Dinna Bjørn stammt Greve aus Dänemark. Ausgebildet an der Schule des Königlich Dänischen Balletts und der School of American Ballet, tanzte er beim New York City Ballet, am American Ballet Theatre und ging dann direkt an die Pariser Opéra.
Dort waltete noch Rudolf Nurejew seines Amtes, und der war an dem attraktiven Tänzer nicht nur persönlich interessiert (wie Julie Kavanagh nicht ohne Ironie in ihrer Nurejew-Biografie beschreibt). Vielmehr überzeugte ihn auch der erst 19-jährige Künstler, den er kurzerhand zum Étoile beförderte.
Halten konnte er ihn damit nicht. Inzwischen verheiratet, lockte Greve bald wieder die Freiheit. Als Freelancer tanzte er beim Königlichen Ballett von Flandern, bevor es ihn weiter nach Stuttgart und Wien zog. Wirklich sesshaft wurde er erst 1992 nach der Rückkehr ans Königlich Dänische Ballett, wo er von 2006 bis 2008 auch als Ballettmeister arbeitete und sich Stück um Stück zum ...
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