Rot-weiße Tage
Hat sie den Werner Schwab gelesen, den Franz-Xaver Kroetz oder beide? Die Szene könnte aus deren Theater stammen. Regungslos liegt Saskia Hölbling vor dem flimmernden Bildschirm. Vorn steht eine Zinkwanne, dazu ein Eimer und Handtücher, gestapelt. Rote Fäden durchkreuzen und begrenzen den Raum. Aus den Lautsprechern ertönt ein Walzer. Die Frau erwacht zu Leben, stakst in strengen Bahnen durch den Raum. Mühsam vermeidet sie zu stolpern über ihre zu Fallstricken geronnene, unterdrückte Leidenschaft.
An den Leinen kann sie ihre Wäsche aufhängen.
Wenn sie sie ablegt und in die Wanne steigt. Auf deren Rand lässt sie ihr linkes Bein quietschen. Dann beugt sie sich vor, will was wissen vom Organ zwischen ihren Schenkeln. Als Antwort kommt ein Plätschern. So sehr sie allein gelassen ist mit ihren erotischen Wünschen, so wenig richten sich diese an ein Mannsbild. Am Boden sitzend, dreht sie uns den Rücken zu und ruckelt vorwärts, als masturbiere sie.
Alle Bewegung geht vom Verlangen aus, doch kann sie auf ihren vierzig Quadratmetern Österreich aus Sex höchstens eine Waffe machen. Der Wunsch nach Fruchtbarkeit zerrinnt in einem Strom aus Milch, der sich über ihre Beine ergießt. Alle ...
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Akram Khan,
Ihre Arbeit verteilt sich auf drei Bereiche, auf Solo-Performances, die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und auf Gruppenstücke. Wie verhalten sich diese Bereiche zueinander? Der Kathak-Tänzer und der zeitgenössische Choreograf in mir liegen sehr eng zusammen, der Kathak-Tänzer liegt sogar ganz knapp vorn. Aber, um nicht missverstanden zu werden: ich...
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Ondiege Matthew aus Nairobi ist irritiert: «Wasn’t it disgusting for you at all?», fragt der kenianische Choreograf in die Runde. Das Düsseldorfer Publikum, das sich im tanzhaus nrw angewöhnt hat, seine Eindrücke nach der Vorstellung in einer gruppendynamischer Sitzung loszuwerden, schüttelt vehement die Köpfe. Nein, aber wir waren betroffen, sagen sie tapfer: «Vor...
