Rot-weiße Tage
Hat sie den Werner Schwab gelesen, den Franz-Xaver Kroetz oder beide? Die Szene könnte aus deren Theater stammen. Regungslos liegt Saskia Hölbling vor dem flimmernden Bildschirm. Vorn steht eine Zinkwanne, dazu ein Eimer und Handtücher, gestapelt. Rote Fäden durchkreuzen und begrenzen den Raum. Aus den Lautsprechern ertönt ein Walzer. Die Frau erwacht zu Leben, stakst in strengen Bahnen durch den Raum. Mühsam vermeidet sie zu stolpern über ihre zu Fallstricken geronnene, unterdrückte Leidenschaft.
An den Leinen kann sie ihre Wäsche aufhängen.
Wenn sie sie ablegt und in die Wanne steigt. Auf deren Rand lässt sie ihr linkes Bein quietschen. Dann beugt sie sich vor, will was wissen vom Organ zwischen ihren Schenkeln. Als Antwort kommt ein Plätschern. So sehr sie allein gelassen ist mit ihren erotischen Wünschen, so wenig richten sich diese an ein Mannsbild. Am Boden sitzend, dreht sie uns den Rücken zu und ruckelt vorwärts, als masturbiere sie.
Alle Bewegung geht vom Verlangen aus, doch kann sie auf ihren vierzig Quadratmetern Österreich aus Sex höchstens eine Waffe machen. Der Wunsch nach Fruchtbarkeit zerrinnt in einem Strom aus Milch, der sich über ihre Beine ergießt. Alle ...
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hat felsenfeste Positionen zementiert: dass Frauen gleich viel verdienen, gleich hart arbeiten, gleiche Chancen besitzen und bei der Erziehung der Kinder nur noch gleichen Anteil nehmen müssen wie die Männer. Wie auch immer die Gleichheit in Wirklichkeit aussieht – diese Gleichheit kommt als so verbindlich daher, dass es völlig egal ist, ob Gleichheit wirklich...
Selten setzt innovativer Tanz auf Musik als Vorlage oder Inspiration. Philipp Gehmacher, der im Auftrag des Salzburger Mozarteum das 45-minütige Stück «das überkreuzen beyder hände» herausgebracht hat, meint dazu: «Das (Sichentfernen von der Musik) hat damit zu tun, dass die Musik in einem fort nach vorn drängt, in Zukünftiges fließt, während mein Tanz innehält...
Scheherazâde Fattal lebt heute zurückgezogen in einem Vorort von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik, wo ich sie im Asilo del Sagrado Rosario de la Virgen traf, im Altersheim zum Rosenkranz der heiligen Jungfrau. Sie ist eine vergessene Legende, die ihre Karriere als Bauch- und Schlangentänzerin im Nahen Osten der 1930er Jahre begann und ihren Höhepunkt...
