Nina Corti in Potsdam

in Potsdam

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Daniel Schnyder gibt den Ton an. Er wippt auf dem Stuhl, animiert zwischendurch das Carmina Quartett und spielt gleichzeitig auf seinem Sopransaxophon seine «Aria Vivaldi» so engagiert, als wollte er das Pub­likum mitreißen. Doch das sitzt im Nikolaisaal der Stadt Potsdam bequem in seinen Sesseln, und deshalb ist es dem Leiter der Stuttgarter Crossover Academy vorbehalten, der Schweizer Kollegin den Weg zu ebnen.

Er lässt sein goldenes Horn erschallen, das so gar nichts Saxophonhaftes hat – und aufspringend gibt der schlaksige Mann einen musikalischen Rahmen vor, in dem die gemeinsamen «Metamorphosen» stattfinden können. So jedenfalls nennt Nina Corti ihr neuestes Programm, das sich vielfältig verwandelt. Denn so wie sich Schnyder die «Griselda» von Antonio Vivaldi zu eigen macht, übersetzt sie seine Klang– in ihre Körpersprache: eine Transformation, die keinen Augenblick lang die «Arie» als choreografisches Karaoke missbraucht. Einen Vivaldi tritt man nicht mit Füßen.
Noch nie hat sich Nina Corti auf einen Flamenco puro versteift. Längst sind ihre lässigen Auftritte in Jeans legendär – und unvergessen all die Abende, die sich nicht mit dem Tradierten zufrieden gaben, sondern seine ...

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Tanz Juli 2006
Rubrik: on stage, Seite 39
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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