rom: william kentridge: «refuse the hour»

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«Die Uhr ist der Choreograf», sagt William Kentridge. Und spricht zwei Ebenen an: Die Jetztzeit des Bühnengeschehens und die Geschichte als Arrangeur neuer Epochen. Gerade erst ist die Kasseler «documenta 13» zu Ende gegangen, auf der Kentridges Installation «The Refusal of Time» Furore machte. Jetzt legt er eine Kammeroper nach: «Refuse the Hour», eine szenische, mitunter autobiografisch gefärbte Erweiterung der Kasseler Versuchsanordnung.

Auf der Bühne – Ebene Nummer 1 – reißt Dada Masilo, Südafrikas neue choreografische Wunderwaffe, ihre Beine in die Höhe, als sei sie ein vertikales Pendel, angetrieben vom Geist jener Maschinen, die bei William Kentridge typischerweise auch Tanzpartner sind. Sie evozieren die Ära des Futurismus, als Räder, Megafone oder Telegraf noch nicht mit Nostalgie befrachtet waren. Masilos Kostüm ist ein Stück bildender Kunst im Geist der Plakate der 1920er-Jahre, mit einem Hauch Kandinsky versehen. Wie eigenwillige Musik begleitet das Stakkato ihrer Arm- und Beinschwünge die periodischen Vorträge Kentridges. Der weißhäutige Südafrikaner erörtert physikalische, philosophische und historische Fragen zum Thema Zeit. Stück für Stück erklärt er, wie Zeit die ...

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Tanz November 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Thomas Hahn

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