hamburg: franz rogowski «friktion»
Vier Streifen Tape, als Rechteck auf den Bühnenboden geklebt. Runde um Runde geht der Performer Jonas Christen darum herum. Locker und scheinbar absichtslos. Vom Band tönt ein Singsang: «I want to go on my bicycle and be happy when the sun shines.» Christens sonnengelbe Sneakers knarzen. «I want to be big. To have a good, good vibe.» Die Männerstimme klingt, als schaukle sie in einer Hängematte. «I want to stay with my beautiful thing.
» Ein verspielt-selbstgewisses Manifest: Christen hat die «Instant Composition» für seinen Choreografen Franz Rogowski eingesungen, hat spontan Halbsätze wie «I want to ...» vervollständigt – automatisches Denken.
Für seine erste Choreografie «Friktion» wählt Rogowski den Untertitel «Eine unkonkrete Dringlichkeit». Sperrig liest sich das, wie ein Synonym für Kunstwollen ohne Konzept. Dennoch gelingt Rogowski mit vier konzentrierten Miniaturstudien eine federnd leichte Dreiviertelstunde.
Christen variiert im zweiten Teil Fortbewegungsarten: Gehen, Hüpfen, Rollen. Er setzt die Fersen entschieden auf; verkürzt die Schrittlänge zum Trippeln; zieht die Knie bei kleinen Sprüngen nach oben, die Schultern locker wippend, die Arme starr wie ein ...
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Tanz November 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Elena Philipp
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