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Hofesh Shechter schüttelt mit «Red Carpet» allen Staub aus den Teppichen der Pariser Opéra. Zeuge im Palais Garnier war Thomas Hahn

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«Ein Titel», sagt Hofesh Shechter, «ist wie das Schlüsselloch, durch das man blickt und erahnt, wie ein Stück aussehen wird.» Seine neueste Kreation heißt «Red Carpet» und ist der erste Auftrag, den ihm die Pariser Oper erteilt hat. Schon suchten alle nach dem roten Teppich auf der Bühne. Vergebens. Denn das geknüpfte Glamour-Symbol der Königshäuser, Hollywood-Galas, Festivals & Co. wurde keineswegs im Guckkasten ausgerollt. «Red Carpet» hing senkrecht, in Form des altehrwürdigen Vorhangs im Palais Garnier, anfangs in leuchtendem Rot bestrahlt.

Im Lauf der Aufführung vollführte er ein dezentes Auf und Ab, als ob Shechter uns zuzwinkern wollte, was er im Programmheft erklärt: «Ich muss mich in meine Stücktitel verlieben können.»

Der eigentliche rote Teppich lag ohnehin zwischen den samtroten Stuhlreihen des Parketts, das viele Zuschauer*innen zu Premieren gern in Edelgarderobe betreten. In diesem Fall gilt das ebenso für das Ensemble, das in Glitterkleidern von Chanel an Besucher*innen eines Jazz- oder Nightclubs denken ließ. Ganz hinten auf der Bühne steht ein Podium für die vier Musiker auf klanglichen Wanderungen zwischen Orient und Okzident, angeführt von Drummer Yaron Engler. ...

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Tanz Oktober 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 4
von Thomas Hahn

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