Akram Khan «Turning of Bones»

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Kaum zu glauben, dass Akram Khan bisher noch nie ein Stück für eine deutsche Compagnie kreiert hatte. «Turning of Bones» für Gauthier Dance am Theaterhaus Stuttgart, mit dem auch das «Colours»-Festival eröffnet wurde, ist also mehr als eine Premiere, zumal das Ensemble völlig in den Khan-Kosmos abtaucht. Mit einem schlichten, halbtransparenten Vorhang, der in einem Halbkreis die Bühne nach hinten und an den Seiten begrenzt, schafft Khan einen Mikrokosmos, aus dem es für die darin Befindlichen keinen Ausgang gibt – zumindest nicht lebend.

In dieser Welt lebt eine Art archaischer Stamm, eine geschlossene Gemeinschaft, die niemanden einlässt, wortwörtlich: Eine junge Frau (Tuti Cedeño) will einen Mann (Stefano Gallelli) in die Community einführen, die aber begegnet ihm mit Abneigung. Ihr «Oberhaupt» (Giovanni Visone) versteigt sich sogar dazu, zur Festigung seiner Macht den Fremden zu verhöhnen. Dazu verwendet Khan erneut das auf den kahlen Oberkopf aufgemalte Gesicht aus «Desh», wie er überhaupt Teile früherer Arbeiten aufnimmt. Eric Gauthier spricht auch von «Turning of Bones» als einer «Biografie» der Khan-Werke. Die Machtdemonstration bleibt konsequent; die Regeln sind wie in den ...

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Tanz Oktober 2025
Rubrik: Kalender, Seite 32
von Rico Stehfest

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