Roberto Campanella: «Alice im Wunderland»

Augsburg

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Die Grundidee der saisonal familienfreundlichen Uraufführung war spannend. Der neue Augsburger Ballettchef Robert Conn hat eins und eins zusammengezählt und der Augsburger Puppenkiste die Zusammenarbeit angeboten. Warum ist das sinnig? Weil Tänzer können müssen, was erfolgreiche Marionetten tun: Charakter, Gefühle, Handlung durch Bewegung ausdrücken.
Schwierig ist nur der Größenunterschied zwischen Mensch und Puppe auf großer Bühne. Da hat das Ballett gekniffen.

Es gibt zwar ein paar Puppen – eine kleine Alice und ein weißes Kaninchen; Bühnenzeit insgesamt gute fünf Minuten. Der Auftritt der verschrobenen Herzogin aus Schaumstoff ist entzückend, wirkt aber im Gesamtgeschehen isoliert und deshalb wenig glaubwürdig. Was eher untypisch ist für die für ihre Natürlichkeit berühmten Marionetten. Deren Stärken sind charakteristische «menschliche» Gesten; Arabesquen und Grand Jetés sehen bei ihnen schlicht doof aus.
Um ihre eher minimalistische Wirkung voll zu entfalten, brauchen sie Intimität. Die Riesenfläche des Stadttheaters in Messe-Manier mit Stellwänden zu schrumpfen, hat wenig Nähe gebracht, auch nicht den Eindruck der billigen Projektionsfläche kaschiert. Plötzlich taucht das ...

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Tanz Dezember 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 36
von Katja Werner

Vergriffen
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