Roberto Campanella: «Alice im Wunderland»

Augsburg

Tanz - Logo

Die Grundidee der saisonal familienfreundlichen Uraufführung war spannend. Der neue Augsburger Ballettchef Robert Conn hat eins und eins zusammengezählt und der Augsburger Puppenkiste die Zusammenarbeit angeboten. Warum ist das sinnig? Weil Tänzer können müssen, was erfolgreiche Marionetten tun: Charakter, Gefühle, Handlung durch Bewegung ausdrücken.
Schwierig ist nur der Größenunterschied zwischen Mensch und Puppe auf großer Bühne. Da hat das Ballett gekniffen.

Es gibt zwar ein paar Puppen – eine kleine Alice und ein weißes Kaninchen; Bühnenzeit insgesamt gute fünf Minuten. Der Auftritt der verschrobenen Herzogin aus Schaumstoff ist entzückend, wirkt aber im Gesamtgeschehen isoliert und deshalb wenig glaubwürdig. Was eher untypisch ist für die für ihre Natürlichkeit berühmten Marionetten. Deren Stärken sind charakteristische «menschliche» Gesten; Arabesquen und Grand Jetés sehen bei ihnen schlicht doof aus.
Um ihre eher minimalistische Wirkung voll zu entfalten, brauchen sie Intimität. Die Riesenfläche des Stadttheaters in Messe-Manier mit Stellwänden zu schrumpfen, hat wenig Nähe gebracht, auch nicht den Eindruck der billigen Projektionsfläche kaschiert. Plötzlich taucht das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 36
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Julyen Hamilton

Sie sind Weltreisender in Sachen Improvisation – wer kann’s eigentlich besser, die Finnen oder die Brasilianer?                                                                                                        Es gibt natürlich riesige kulturelle Unterschiede. Aber jeder Mensch improvisiert, schon wenn er auf die Welt kommt, im Umgang mit seinen Eltern oder...

Die Tanznacht

Die Tanznacht in Berlin dauert trotz nahezu gleichem Budget diesmal sagenhafte vier Tage und drei Nächte: vom 4. bis zum 7. Dezember. Damit man nichts verpasst, stehen in den UferHallen im Wedding mehrere Wohnwagen zum Übernachten in der alten Bus-Reparaturwerkstatt. Frühsport ist am lieblichen Panke-Bach möglich. Es gibt Workshops, Installationen, Aufführungen und...

Johan Kobborg: «La Sylphide»

Das Zürcher Ballett hat sich der Traditionspflege verschrieben. Die Spielzeit eröffnete die Kompanie von Heinz Spoerli mit William Forsythes «Artifact», einem Schlüsselwerk aus den Anfängen der Ballett-Dekonstruktion. Nun ist es zu den Ursprüngen des Romantischen Balletts zurückgekehrt und führt «La Sylphide» auf. Die alte Geschichte von James, der statt die brave...