Rituale: Lin Hwai-min
Im September 1993 vor der Premiere von «Nine Songs» erhielt ich in meiner Garderobe ein Geschenk: eine vergoldete Buddha-Statue im Thai-Stil. Anstatt sie mit nach Hause zu nehmen, beschloss ich, sie bei meiner Kompanie, dem Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, zu belassen. Wir errichteten ihr einen kleinen Schrein in unserem Studio und huldig-ten ihr jeden Tag.
Da Cloud Gate jährlich mehr als hundert Tage tourte, war ich in dauernder Sorge: Ich wollte, dass die Kompaniemitglieder heil und gesund zu ihren Familien zurückkehrten, sah mich aber außer Stande, sie persönlich vor Verletzungen und Unfällen zu bewahren. Also musste ich Buddhas Segen erbitten. Wir nahmen die Statue also ein paar Jahre lang auf unsere Reisen mit, bis ich eines Tages ein schlechtes Gewissen verspürte, dass wir Buddha solche langen Reisen und Flüge zumuten mussten. Damals ersetzten wir die Statue durch ein Porträt.
Immer wenn wir an einem Gastspielort ankamen, gehörte es zu meinen ersten Handlungen, in einer der Garderoben einen mit frischen, duftenden Blumen geschmückten Schrein zu errichten. Dort betete ich jeden Tag – direkt nach dem Betreten und kurz vor dem Verlassen des jeweiligen Theaters. Ich betete ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 14
von
Sie hat keine Scheu vor politischer (Tanz-)Geschichte, vor der brodelnden Gegenwart schon gar nicht. Eva-Maria Schaller, ausgebildet an der Ballettschule der Wiener Staatsoper und bei Codarts in Rotterdam, ist zeitgenössische Tänzerin – etwa bei Emio Greco, Itzik Galili, Anouk van Dijk. Außerdem choreografiert sie, unterrichtet Countertechnique und nähert sich mit...
In Paris war es eine gute Spielzeit für Liebhaber von Tschaikowskys «Schwanensee», für die Fans, die sich nicht sattsehen können an diesem choreografischen und musikalischen Monument und darauf brennen, die psychoanalytisch verankerte Nurejew-Fassung von 1984 immer wieder auf ihre Schlüssigkeit hin abzuklopfen. Der damalige Ballettchef schuf ein höllisches Quartett...
Hallo Freunde, ich hatte keinen Glücksbringer (außer dass ich ständig und überall Einkaufslisten finde, auf der Straße, in Läden, in der -S-Bahn – und die als Zeichen des Universums nehme, dass alles okay ist), also ich hatte keinen Glücksbringer … bis ihr diese Anfrage rumgeschickt habt.
Ich kommuniziere seit einer Woche, tatsächlich seit dem Tanzkongress in...
