Rituale: Nora Kimball-Mentzos
Meinen allerersten Auftritt hatte ich im Corps de ballet, hinterste Reihe, Mitte rechts, zur Polonaise im dritten Akt von «Eugen Onegin». Vor der Premiere auf der Bühne des Opernhauses sprachen mir verschiedene Kompaniemitglieder ihr «Toi, toi, toi» aus – neu gewonnene Freunde, die mir Glück wünschten und mich mit kleinen Geschenken bedachten. Schon damals hatten diese Gesten etwas von einem Vorbereitungsritual, das ich auch jetzt noch, viele Jahre später, praktiziere.
Heute sind meine Auftritte seltener geworden, doch noch immer begleitet mich mein liebster Talisman auf all meinen Wegen zu den großen und kleineren Bühnen dieser Welt, egal wie aufwendig das jeweilige Projekt ist.
Ich bekam ihn von Reid Anderson und Dieter Gräfe geschenkt, meinen roten Meditations-Esel. Er hat mich seither durch alle meine Kompaniewechsel und beruflichen Veränderungen begleitet und mir dabei geholfen, trotz meiner hohen Anspannung und Nervosität den Fokus nicht zu verlieren und mich in turbulenten Zeiten zu erden. Einen -Namen habe ich ihm nie gegeben, aber ich empfinde ihn als männlich. Eines Tages entdeckte ich ihn plötzlich vor dem Warm-up an der Stange, etwa eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 12
von
Gibt es einen besseren Ort für die Hoffnung als ein Gotteshaus? Okay, Altar und Taufbecken sind umbaut, die Kirchenbänke stehen auf einer Tribüne, damit man beste Sicht auf den Tanz hat. Willkommen in der Trinitatiskirche in Mannheim, in der nun bereits in der zweiten Spielzeit nicht mehr der christliche Ritus, sondern der Tanz regiert. Tatsächlich ist Eric...
Hallo Freunde, ich hatte keinen Glücksbringer (außer dass ich ständig und überall Einkaufslisten finde, auf der Straße, in Läden, in der -S-Bahn – und die als Zeichen des Universums nehme, dass alles okay ist), also ich hatte keinen Glücksbringer … bis ihr diese Anfrage rumgeschickt habt.
Ich kommuniziere seit einer Woche, tatsächlich seit dem Tanzkongress in...
Zuerst dachte ich – nein, ich habe keinen Glücksbringer, den ich immer dabei habe, wenn ich eine Vorstellung tanze. Ich habe den Theater-Aberglauben hinter mir gelassen, als ich 1989 das Landestheater Castrop-Rauxel verließ, um Neuen Tanz in Arnheim zu studieren.
Gleichzeitig steckte ich aber in den Vorbereitungen für mein neues Solo «triton tanzt. twisted...
