Renato Zanella
Renato Zanella, von September 2011 bis Dezember 2015 haben Sie das Griechische Nationalballett in Athen mitten durch die Finanzkrise geführt. Wie hat das funktioniert?
Ich habe der ‹guten› Wiener Schule unter dem Staatsopern-Intendanten Ioan Holender in dem Zusammenhang einiges zu verdanken. Denn da gab es stets harte Verhandlungen, es musste um jeden Cent gekämpft werden, und es wurde durchaus auch spielplantechnisch mitgeredet. Der Wiener Kurs war auf größtmögliche Sparsamkeit bei dennoch attraktivem künstlerischem Output angelegt.
In Athen habe ich mich als Direktor so verstanden, wie ich es jetzt auch in Bukarest tue: Ich bin so etwas wie ein neuer Motor, und der sollte nur eine Zeitlang im Einsatz sein. Dagegen sah die Einstellung an solchen Häusern bis dato oft so aus, dass sich Leitungsteams sehr langfristig etablierten und es darauf anlegten, eine Lebensstellung zu erreichen. Damit kann die künstlerische Produktion in Gefahr geraten, das lässt sich fast als Vergewaltigung der Kunst bezeichnen. Die Manipulationsgefahr ist hoch. Als Ballettchef weißt du da mitunter nicht mehr, wo du bist, oben oder unten.
Wenn es um langfristige Verpflichtungen geht, gibt es zumindest in ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Andrea Amort
Tänzer, nackt, im öffentlichen Raum: mal balancierend auf dem Eingangsschild zum Berliner U-Bahnabgang an der Weinmeisterstraße, mal im Grand jeté vor dem Brandenburger Tor. Jordan Matter, 48, ist kein Skandalfotograf, eher ein Abenteurer, der es mühelos schafft, Tänzer aus diversen Kompanien in ein ganz besonderes Nachtleben zu entführen. Sie proben mal in...
«Alles, was zählt, ist Neugier.» Bonnie Bainbridge Cohen sagt‘s und lockt in die Historie des Wachsens und Werdens. «Fühle die Form, begreife die Geschichte und den Flow» – und schon wirst du hineingesogen in eine Welt der Wunder: die Entstehung und Transformation der ureigenen Existenz. Da jede Zelle bei ihrer Entstehung mit einem persönlichen Marker...
Alexander Ekman erhält den diesjährigen Theaterpreis des Deutschen Bühnenvereins, «DER FAUST» für seine an der Dresdner Semperoper entstandene Produktion «COW» (tanz 4/16), eine elegant durch Stile und Epochen stolpernde Eloge auf das Rindvieh im Menschen. Die Wahl fiel natürlich nicht deshalb auf Ekman, weil er verwandt wäre mit Gösta Ekman, dem Protagonisten des...
