Reggio Emilia: Aterballetto «1 meter closer»

Tanz - Logo

Aterballetto aus Reggio Emilia im Herzen Norditaliens hat sein erstes Werk vorgelegt, das von der Idee bis zur Uraufführung im Lockdown entstanden ist: «1 meter CLOSER». Die fünfzehn Interpreten und Interpretinnen tanzen in ihren eigenen vier Wänden, manchmal auch davor oder in deren Nähe. Herausgekommen aber ist kein weiterer Switch Stream (siehe S. 50), sondern ein dramaturgisch konstruierter Kurzfilm. Erarbeitet wurde er vom Choreografen ­Diego Tortelli und der Filmregisseurin Valeria Civardi, und der Titel verweist natürlich auf den in Italien geltenden Sicherheitsabstand.

Tortelli gelingt eine wahre Dramaturgie der Isolation. Die Tänzer von Aterballetto bekamen den Auftrag, sich selbst zu filmen – und zwar unter drei Aspekten: Isolation, Blick nach draußen, Hoffnung auf eine andere Zukunft. Auch die psychischen und sozialen Folgen des kollektiven Hausarrests interessierten den Choreografen: «Die Emotionen werden extremer: Zärtlichkeit oder Gewalt, Streicheln oder Schläge.» Tatsächlich liegen in den ersten Szenen solche Ausbrüche durchaus in der Luft. Philippe Kratz, gebürtiger Leverkusener und selbst erfolgreich als Nachwuchs­choreograf, reibt sich rastlos im Stil eines B-Boys ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2020
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
Live on camera: «C(h)œurs» von Alain Platel

Wer kleinere Theater besucht, hat öfter mal das Pech, hinter einer Kamera zu sitzen, die einem während der Vorstellung mit hell strahlendem Monitor zeigt, wie sehr ihr Objektiv geeignet ist, dasselbe ganz anders zu sehen als das eigene trübe Auge. Man ist gezwungen, immer hin und her zu switchen vom Bild der Bühne zum Bild der Kamera – auch wenn man triumphieren...

Komplex: Wechsel in Wien

Martin Schläpfer, Sie leiten ab Herbst das Wiener Staatsballett: Das eine Ensemble sitzt an der Staatsoper, das zweite, kleinere an der Volksoper, es leistet auch Musical-, Operetten- und Operndienste. Sie haben es mit zwei Intendanten zu tun: Bogdan Rošcic, neu im Haus am Ring, und Robert Meyer, seit 2007 an der Volksoper. Wie schaffen Sie diesen Spagat?
Meine...

CD, DVD, Buch 6/20

DVD: Naharin: «Sadeh21»

In zwei Jahren wird Ohad Naharin 70 Jahre alt. Man mag es kaum glauben, so zeitlos wirkt sein choreografisches Werk, das er durch die Bewegungsmethode Gaga ergänzt hat. Als er, selbst dort Tänzer, 1990 die Batsheva Dance Company übernahm und verjüngte, etablierte er sofort eine Junior­ Company. 

Ihr widmet sich nun die zweite...