Reggio Emilia: Aterballetto «1 meter closer»

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Aterballetto aus Reggio Emilia im Herzen Norditaliens hat sein erstes Werk vorgelegt, das von der Idee bis zur Uraufführung im Lockdown entstanden ist: «1 meter CLOSER». Die fünfzehn Interpreten und Interpretinnen tanzen in ihren eigenen vier Wänden, manchmal auch davor oder in deren Nähe. Herausgekommen aber ist kein weiterer Switch Stream (siehe S. 50), sondern ein dramaturgisch konstruierter Kurzfilm. Erarbeitet wurde er vom Choreografen ­Diego Tortelli und der Filmregisseurin Valeria Civardi, und der Titel verweist natürlich auf den in Italien geltenden Sicherheitsabstand.

Tortelli gelingt eine wahre Dramaturgie der Isolation. Die Tänzer von Aterballetto bekamen den Auftrag, sich selbst zu filmen – und zwar unter drei Aspekten: Isolation, Blick nach draußen, Hoffnung auf eine andere Zukunft. Auch die psychischen und sozialen Folgen des kollektiven Hausarrests interessierten den Choreografen: «Die Emotionen werden extremer: Zärtlichkeit oder Gewalt, Streicheln oder Schläge.» Tatsächlich liegen in den ersten Szenen solche Ausbrüche durchaus in der Luft. Philippe Kratz, gebürtiger Leverkusener und selbst erfolgreich als Nachwuchs­choreograf, reibt sich rastlos im Stil eines B-Boys ...

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Tanz Juni 2020
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Thomas Hahn

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