«Rebound»
Hartes Gegenlicht durchschneidet den Raum. Aus unwirtlichen Wind- und Wassergeräuschen kristallisieren sich Fragmente der Kantate «Helgoland». Während der Repetitor Bruno Raco in Tasten und Saiten greift und das Klangmonument Anton Bruckners am Flügel intelligent zerlegt, schickt Pascal Touzeau sein Ensemble im Dunkel der Bühne auf Entdeckungstour. 15 Tänzer in marineblauen Rollis zeigen Not und Rettung von Ertrinkenden. Figuren sacken ab, als würden ihre Beine im Schlick versinken.
Sie schlingern im Sturm oder unter Wasser, greifen zu pendelnden Leuchten, die als Nebel- und Suchscheinwerfer zu Partnern werden. Staccatoartige Presto-Abfolgen auf neoklassischer Basis charakterisieren «hell.land», eine von zwei Uraufführungen.
In «Rebound», seinem zweiten Abend am Mainzer Staatstheater, präsentiert der neue Ballettchef gleich fünf Werke. Neben drei Eigenschöpfungen holte er Marc Spradling aus Frankfurt und Rafael Bonachela aus London mit ins Boot. Spradling begnügt sich in «8 Duos for Two Dancers» mit einer gefälligen Reminiszenz an neoklassische Duette, Bonachela zeigt unter dem kryptischen Titel «E2 7SD», was ein Geschlechterkampf «made in England» ist: sportives Fairplay auf ...
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In London ist einmal im Jahr Flamenco-Olympiade. Die besten Tänzerinnen heißen dort nach wie vor Eva Yerbabuena und María Pagés, dicht gefolgt von Rafaela Carrasco und dem Nuevo Ballet Español. So hoch liegt die Latte für das Highlight danach: die Gala am Ende des «Flamenco Festival London 2010» (13.–27. Februar) am Sadler's Wells Theatre: Hier tritt Belén López...
In diesem Zustand kann sich der 28-Jährige leicht in Rage hineinsteigern, gerade wenn es um sein Lieblingsthema geht: den Hochmut der Ballettwelt und die, wie er findet, falsche Trennung zwischen E- und U-Tanz, zwischen hoher Kunst und vermeintlich trivialem Pop. «Tanz sind doch nicht nur die 200 Bewegungen, die man in einer klassischen Ausbildung lernt», sagt er,...
Diese Stimme. Sie schwebt im Raum, überlagert die Musik. Es ist die Stimme einer nicht mehr jungen Frau, die persönlich und unverstellt von ihrem Leben erzählt, einem Leben, das untrennbar mit dem Tanz, vor allem mit dem Ballett in Stuttgart, verbunden ist. In Bridget Breiners 2007 entstandenem Stück «Zeitsprünge» spielte Georgette Tsinguirides eine akustische...
