«Rebound»
Hartes Gegenlicht durchschneidet den Raum. Aus unwirtlichen Wind- und Wassergeräuschen kristallisieren sich Fragmente der Kantate «Helgoland». Während der Repetitor Bruno Raco in Tasten und Saiten greift und das Klangmonument Anton Bruckners am Flügel intelligent zerlegt, schickt Pascal Touzeau sein Ensemble im Dunkel der Bühne auf Entdeckungstour. 15 Tänzer in marineblauen Rollis zeigen Not und Rettung von Ertrinkenden. Figuren sacken ab, als würden ihre Beine im Schlick versinken.
Sie schlingern im Sturm oder unter Wasser, greifen zu pendelnden Leuchten, die als Nebel- und Suchscheinwerfer zu Partnern werden. Staccatoartige Presto-Abfolgen auf neoklassischer Basis charakterisieren «hell.land», eine von zwei Uraufführungen.
In «Rebound», seinem zweiten Abend am Mainzer Staatstheater, präsentiert der neue Ballettchef gleich fünf Werke. Neben drei Eigenschöpfungen holte er Marc Spradling aus Frankfurt und Rafael Bonachela aus London mit ins Boot. Spradling begnügt sich in «8 Duos for Two Dancers» mit einer gefälligen Reminiszenz an neoklassische Duette, Bonachela zeigt unter dem kryptischen Titel «E2 7SD», was ein Geschlechterkampf «made in England» ist: sportives Fairplay auf ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Rotes T-Shirt, Pferdeschwanz, Hornbrille, Pumphöschen: Rachel Krische wirkt wie die Karikatur einer jungfräulichen Lehrerin, die ihre Ferien pflichtbewusst mit Mutter verbringt. Zuletzt zeigte sie beim Festival «Nottdance» in Nottingham «The Swimmer», ein Solo, das auf den Instruktionen von Deborah Hay, der Ikone des Judson Dance Theater, beruht. Seit 1998...
Florin Flueras aus Rumänien teilt sich mit der Chilenin Varinia Canto Vila eine Residenz am WorkSpace in Brüssel. Das ergab ein Juryentscheid des zweiten «Prix Jardin d’Europe» für junge Choreografen. Der erste Preis, eine Koproduktion im Wert von 10.000 Euro, ging an die Französin Claire Croizé. Alle drei, so die Jury, hätten zu gleichen Teilen gewonnen – Unmut...
Kulinarisch kommt man zumindest nach der Vorstellung auf seine Kosten. «Knabbern Sie zu zweit an einem!», heißt es da auf einem Schild, und alle greifen nach den doppelköpfigen Plätzchen. Das Gebäck ist mit viel Liebe zubereitet. Noch kurz vor Vorstellungsbeginn knetet Dance Company Theater Osnabrück Nanine Linning, wie sich das Nachfolge-Ensemble von Marco Santi...
