«Rebound»
Hartes Gegenlicht durchschneidet den Raum. Aus unwirtlichen Wind- und Wassergeräuschen kristallisieren sich Fragmente der Kantate «Helgoland». Während der Repetitor Bruno Raco in Tasten und Saiten greift und das Klangmonument Anton Bruckners am Flügel intelligent zerlegt, schickt Pascal Touzeau sein Ensemble im Dunkel der Bühne auf Entdeckungstour. 15 Tänzer in marineblauen Rollis zeigen Not und Rettung von Ertrinkenden. Figuren sacken ab, als würden ihre Beine im Schlick versinken.
Sie schlingern im Sturm oder unter Wasser, greifen zu pendelnden Leuchten, die als Nebel- und Suchscheinwerfer zu Partnern werden. Staccatoartige Presto-Abfolgen auf neoklassischer Basis charakterisieren «hell.land», eine von zwei Uraufführungen.
In «Rebound», seinem zweiten Abend am Mainzer Staatstheater, präsentiert der neue Ballettchef gleich fünf Werke. Neben drei Eigenschöpfungen holte er Marc Spradling aus Frankfurt und Rafael Bonachela aus London mit ins Boot. Spradling begnügt sich in «8 Duos for Two Dancers» mit einer gefälligen Reminiszenz an neoklassische Duette, Bonachela zeigt unter dem kryptischen Titel «E2 7SD», was ein Geschlechterkampf «made in England» ist: sportives Fairplay auf ...
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