Raus zum Applaus
«Wie war ich?» Wenn eine Tänzerin nach der Aufführung so fragt, geht es nicht unbedingt um Hebefiguren, Headspins oder Spagat. Genauso wichtig ist eine gute Vorstellung am Ende des Auftritts. Oder umgekehrt: Ein guter Auftritt nach der Vorstellung. Nicht erst im Cocktailkleid auf dem Empfang, sondern schon vorher, wenn sich der Vorhang hebt, zum Applaus. Wenn das Licht wieder angeht, das Verbeugen ansteht, und plötzlich ist er da – der direkte Kontakt mit dem - Publikum.
Genau dann wühlen die Zweifel: Wie forsch darf der Schritt sein, wie selbstbewusst das Lächeln? Und wenn es zu schüchtern aussieht? Ist das schlimm?
Das Verbeugen ist ein Ritual. Tanz ohne Rituale, das geht gar nicht. Schon gar nicht im Ballett, und erst recht nicht beim alljährlichen «Défilé» an der Pariser Opéra. Nirgends wiegt die Huldigung an die Tradition schwerer. Das «Défilé» endet in einer Architektur aus weiß bekleideten Grazien und Galanen aller Altersstufen, fein geordnet zu nachgerade barocker Symmetrie. Dahinter steckt Kalkül. Nur Rituale erhalten die Tradition. Im zeitgenössischen Tanz geht es lässiger zu: Kurzes Nicken ins Publikum, ein Wink zum Regieteam, vielleicht noch ein Lächeln – das genügt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Thomas Hahn
Alle zwei Jahre treffen sich die deutschen Tanzakademien und -hochschulen, um miteinander und voneinander zu lernen. Berlin und das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz sind Schauplatz der 6. Ausgabe der «Biennale Tanzausbildung», die sich diesmal ins urbane Getümmel stürzt: «Dancing in the Street. Was bewegt Tanz?» lautet das Motto des Treffens, das auf die...
Lille, 12. Dezember 2017. Nachmittag, Théâtre du Grand Bleu. Es läuft das Festival «Les Petits Pas». Tanz für junges Publikum. Christian Rizzo präsentiert «d’à côté». Drei Tänzer tragen Zimmerpflanzen rein und raus, verschränken ihre Körper zu Gebilden, die wie aus Legobausteinen zusammengesetzt wirken. Sie bewegen sich langsam, verschieben weiße Wandelemente in...
Die Makrobiotik (griech. makros = groß, lang und bios = Leben) gilt als eine alternative Ernährungsform, Lehre und Weltanschauung, die in ihrer Ursprungsform dem chinesischen Taoismus zuzuordnen ist. Ausgehend von der Philosophie des Yin-Yang-Prinzips werden in der makrobiotischen Ernährung Lebensmittel in «ausdehnend, kühlend» (Yin-Eigenschaften: weich, locker,...
