tanzforschung: original + revival
Zwei Jahre dauert es in der Tanzforschung, um ein Symposium beim Festival «Tanz IN. Bern» 2008 in einen harten Einband zu übersetzen. Wie bei jedem Symposium, hier über «Geschichts-Schreibung im Tanz», also über die Rekonstruktionen klassischer Ballette (Cranko) und über die Re-Enactments moderner Tänze (Grete Wiesenthal, Dore Hoyer), gehört es sich einfach, mit angemessener Verspätung die Pluralität der Stimmen der Wissenschaft mit einer Buchbindung der Ewigkeit zu überantworten.
Dabei könnte man die 17 Beiträge, die sich an «Partialität, Pluralität, Kontingenz und Diskontinuität» (Herausgeberin Christina Thurner im Vorwort) gegenseitig übertreffen, durchaus einem «Kollektivsingular» (Reinhart Koselleck) zuordnen, hätte man sich nur in den zwei Jahren der vielen unterbezahlten Hilfswissenschaftler bedient, um die immer gleichen Referenzkünstler wie Jérôme Bel, Martin Nachbar, Olga de Soto, Sasha Waltz in einem Personenregister am Ende so zu versammeln, dass der Leser selbst der Frage nachgehen könnte, ob irgendein Wissenschaftler überhaupt irgendeinen anderen Gedanken als die schon gedachten an diese großen Künstler verschwendet hat. Da der Band keine Entsprechung in ...
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Gewöhnliche Jungs spielen Fußball, wenn sie Dampf ablassen müssen. Dass einer sich beim Tanzen die Hörner abstößt, kommt selten vor. Liam Scarlett ist so ein Fall. Mit vier Jahren nahm er Tanzunterricht, damit die Familie samstags ihre Ruhe hatte. Zwanzig Jahre später hat Scarlett den Sprung auf die große Bühne des Royal Opera House in London geschafft – als...
Strawinsky pur!
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Immer wieder erstaunt Anne Teresa De Keersmaeker damit, wie sie zugleich einen neuen Blick auf ihr Werk findet und doch die klare Linie behält. Nach der Stille in «The Song» kündigte sie an, zu einer Musikform zu wechseln, die so komplex sei, dass man schon von Manierismus sprechen könne, der Ars subtilior. Dann lässt sie in Stille tanzen, in der Stille der Natur....
