Praxis
je t’ A.I.M.E
Sie haben eine «Vereinigung von Individuen in engagierten Bewegungen» gegründet. Was macht sie genau?
Julie Nioche: A.I.M.E. soll nicht nur Werke für die Bühne kreieren, sondern auch pädagogische und medizinische Projekte betreiben, die Tanz beinhalten. Jeder von uns arbeitet selbstständig in seinem Bereich. Ich in der Kunst, Isabelle Ginot in Lehre und Forschung, Michel Repellin engagiert sich für Aidskranke, Gabrielle Mallet ist Physiotherapeutin und Osteopathin. Aber in jede Arbeit fließen die Fähigkeiten der anderen ein.
So habe ich ein Kolloquium zum Thema Körperbild organisiert, mit Psychologen, Physiotherapeuten und Osteopathen. Michel und ich studierten zusammen Osteopathie. Bei Isabelle steht der Austausch zwischen Theorie und Praxis im Mittelpunkt. Wir haben gemeinsam einen Studiengang zum Thema «Techniken des Körpers und Behandlungspraktiken» ins Leben gerufen, der im März begann. Wir machen Angebote für Aidskranke und Massagemethoden in Krankenhäusern, wobei wir deren Wirkung wissenschaftlich untersuchen. Künstlerisch verwendete ich unsere Behandlungsmethoden bereits bei den Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis mit Gabrielle ...
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Totales Dunkel. Lichtkegel auf zwei Hände, die gefangen sind in sich mechanisch wiederholenden Bewegungsschlaufen. Unübersehbarer Fingerzeig auf den zerstückelten Körper. Auch die flackernden Strahlen eines Projektors lassen nur Konturen des Tänzerpaars Victoria Hauke und Olaf Reinecke erahnen. Schattenhafte Flachbilder zappeln im Halbdunkel und geraten im Licht...
Choreografen, Ihr benutzt mich, als wär ich Euer Liebhaber. Und zärtlich seid Ihr zu Eurem Faun ja auch nicht. Tero Saarinen, der Finne, beschießt mich mit Videos. Anna Ventura, die Katalanin, pflanzt mich auf einen Eisblock. Bernardo Montet macht aus mir ein Reptil. Bei Jean-Claude Gallotta musste ich Bart tragen. Hat man als himmlischer Hirte der Natur nicht...
Preussen nackte Venus, das klingt – als Untertitel eines Buchs und einer Ausstellung – nicht eben sexy, sondern nach Erstem Weltkrieg. Die Monarchien und ihre Stützen, die Kirchen, bröckelten. Die Bühnen spielten Arthur Schnitzlers libertinen «Reigen», Isadora Duncan tanzte barfuß.
Die Emanzipation der Frau begann – als Teil der Freikörperkultur und der...
