Jenseits

Annie Vigier und Frank Apertet sind im urbanen Raum gelandet wie vom anderen Stern. Jérôme Delatour hat sich für «X-Event 2.6» Zeit und seine Kamera mit genommen

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Ein Event ist «X-Event 2.6» gerade nicht. Vielmehr sind Annie Vigier, Frank Apertet und Co. im urbanen Raum gelandet wie vom anderen Stern. Sichtbar fremd. Leicht zu erkennen an ihren postmodern abstrahierten Mickey-Mouse-T-Shirts, erscheinen die Performer gratis und draußen als sanfte Irritation im und um den Bétonsalon, einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst im 13. Pariser Arrondissement. Was tun sie? Schlendern, abhängen, spontan kongregieren, die Grüppchen aber gleich wieder zerfallen lassen, scheinbar ohne Anlass. Ohne Eile.

Den Blick in die blaue Ferne des Nachmittags gerichtet. Oft nah dran, aber doch mehr neben als bei uns. Trotzdem: Aus Passanten werden Zeugen, ja unversehens Mitakteure. Die Klangkulisse erinnert an eine Waschmaschine im Schleudergang, hie und da gepierct von einem durchdringenden Bariton. Vier Stunden dauert die Aktion; sie könnte ewig weitergehen. Denn dies ist kein Spektakel, nichts Außergewöhnliches wird ausgestellt oder vorgeführt. Sondern Zeit ausgebreitet, die jeder so lange teilen darf, wie er selbst anhalten möchte. Der tanzenthusiastische Fotograf Jérôme Delatour hat das auch im Bild getan.

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Tanz Mai 2009
Rubrik: Jenseits, Seite 74
von

Vergriffen
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