Jenseits
Ein Event ist «X-Event 2.6» gerade nicht. Vielmehr sind Annie Vigier, Frank Apertet und Co. im urbanen Raum gelandet wie vom anderen Stern. Sichtbar fremd. Leicht zu erkennen an ihren postmodern abstrahierten Mickey-Mouse-T-Shirts, erscheinen die Performer gratis und draußen als sanfte Irritation im und um den Bétonsalon, einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst im 13. Pariser Arrondissement. Was tun sie? Schlendern, abhängen, spontan kongregieren, die Grüppchen aber gleich wieder zerfallen lassen, scheinbar ohne Anlass. Ohne Eile.
Den Blick in die blaue Ferne des Nachmittags gerichtet. Oft nah dran, aber doch mehr neben als bei uns. Trotzdem: Aus Passanten werden Zeugen, ja unversehens Mitakteure. Die Klangkulisse erinnert an eine Waschmaschine im Schleudergang, hie und da gepierct von einem durchdringenden Bariton. Vier Stunden dauert die Aktion; sie könnte ewig weitergehen. Denn dies ist kein Spektakel, nichts Außergewöhnliches wird ausgestellt oder vorgeführt. Sondern Zeit ausgebreitet, die jeder so lange teilen darf, wie er selbst anhalten möchte. Der tanzenthusiastische Fotograf Jérôme Delatour hat das auch im Bild getan.
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Die pariser rencontres
das ist Verantwortung gegenüber einer wichtigen wilden Tradition. Entsprechend ist aus dem Wettbewerb mit Weltrang inzwischen ein Mammutfestival der kompromisslosen und buchstäblich unvermittelten Tanzkunst geworden: Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis. Die langjährige Chefin Anita Mathieu hat ein bemerkenswertes...
Ein Stück über den Holocaust? Ein Stück über «uns», die dritte Generation, die nicht mehr und noch immer betroffen ist von der Wucht einer unbegreiflichen Vergangenheit? Ein Stück über Bilder, die uns beim Aufwachsen begleiteten, Erzählungen und Albträume, die uns unsere Großeltern mitgaben? Der Berg an Fragen, den der Hamburger Choreograf Jochen Roller an sein...
Choreografen, Ihr benutzt mich, als wär ich Euer Liebhaber. Und zärtlich seid Ihr zu Eurem Faun ja auch nicht. Tero Saarinen, der Finne, beschießt mich mit Videos. Anna Ventura, die Katalanin, pflanzt mich auf einen Eisblock. Bernardo Montet macht aus mir ein Reptil. Bei Jean-Claude Gallotta musste ich Bart tragen. Hat man als himmlischer Hirte der Natur nicht...
