Jenseits
Ein Event ist «X-Event 2.6» gerade nicht. Vielmehr sind Annie Vigier, Frank Apertet und Co. im urbanen Raum gelandet wie vom anderen Stern. Sichtbar fremd. Leicht zu erkennen an ihren postmodern abstrahierten Mickey-Mouse-T-Shirts, erscheinen die Performer gratis und draußen als sanfte Irritation im und um den Bétonsalon, einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst im 13. Pariser Arrondissement. Was tun sie? Schlendern, abhängen, spontan kongregieren, die Grüppchen aber gleich wieder zerfallen lassen, scheinbar ohne Anlass. Ohne Eile.
Den Blick in die blaue Ferne des Nachmittags gerichtet. Oft nah dran, aber doch mehr neben als bei uns. Trotzdem: Aus Passanten werden Zeugen, ja unversehens Mitakteure. Die Klangkulisse erinnert an eine Waschmaschine im Schleudergang, hie und da gepierct von einem durchdringenden Bariton. Vier Stunden dauert die Aktion; sie könnte ewig weitergehen. Denn dies ist kein Spektakel, nichts Außergewöhnliches wird ausgestellt oder vorgeführt. Sondern Zeit ausgebreitet, die jeder so lange teilen darf, wie er selbst anhalten möchte. Der tanzenthusiastische Fotograf Jérôme Delatour hat das auch im Bild getan.
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Seine zwei neuen Stücke orgeln gewaltig. In «O Domina Nostra» zuckt katholische Passionspracht durch die Finger des polnischen Komponisten Henryk Górecki; in «Cobalto» zanken sich ein komponierender Philosoph, Pedro Alcalde, und ein richtiger Barceloneser Avantgardist aus dem Stall von Marcel.lí Antúnez, Sergio Caballero, um sämtliche Register und Pfeifen der...
Die Vorstellung muss grandios gewesen sein. Der Applaus donnert, nimmt kein Ende. Her mit den Performern, auf die Bühne und jetzt verbeugen. Erst die Arme hoch, dann die Köpfe runter, selbstgewisser Triumph und gefällige Devotion, große Arroganz und höfliche Anpassung. Die ewige Ambivalenz des Künstlers gegenüber seinem Publikum – das Ritual des Beifalls ist:...
Kaum ein Leser von Emily Brontës «Wuthering Heights» widersteht dem Bann, der von Cathy, der zentralen Figur des Romans, ausgeht. Wohl umso mehr, wenn man selber so heißt ... Zufall, dass die Leiterin des Bern:Ballet und die Protagonistin ihres neuen Stücks denselben Vornamen tragen. Cathy Marstons Adaption ist entsprechend überzeugend.
Cathy steht für...
