prag: nationalballett «amerikana iii»

Tanz - Logo

Prag hat ein Nationalballett mit über 80 Tänzern, soeben zusammengeführt aus den Kompanien des Nationaltheaters und der Staatsoper. Der künstlerische Direktor Petr Zuska muss nun vier große Theater im Blick haben, deren Spielpläne sich künftig an den Traditionen der jeweiligen Häuser orientieren sollen: weltläufig an der Staatsoper, national und zeitgenössisch im Nationaltheater, korrespondierend oder provozierend im historischen Ambiente des Ständetheaters, schließlich die Laterna Magica im modernen Glaspalast Neue Szene bedienend.

Die Spielzeit beginnt er weltläufig: mit William Forsythe, eingebettet in einen uramerikanischen Abend.

Bei der ersten Arbeit, die von Forsythe an der Staatsoper je zu sehen war, gab es ungewöhnlich starken Applaus. Dabei passte Balanchines ebenfalls gegebenes «Theme und Variations» wesentlich besser ins Plüschambiente. Aber bei aller Honorierung der tänzerischen Leistungen des Solistenpaars Nikola Márová und Adam Zvona: Der Funke will nicht überspringen. Balanchines bedachtsames Arrangement zu Tschaikowsky bleibt edles, historisches Zitat. Gut, dass darauf als Prager Erstaufführung Forsythes «In the Middle, Somewhat Elevated» aus dem Jahr 1987 folgt. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Boris Michael Gruhl

Weitere Beiträge
beine

...sind für alles verantwortlich. Sie stehen für den aufrechten Gang. An ihnen entscheidet sich, was wir als elegant empfinden. Beine sind das A und O –  wie bei einer Stehlampe. Je schmaler ihr Fuß, je länger der Stiel, je schlanker die Form, desto mehr Aufmerksamkeit lenkt der Lampenständer auf die eigentliche Lichtquelle, nennen wir sie: das Gesicht der Leuchte....

sharon eyal

Diese Utopie scheint kaum noch einer zu teilen: dass sich für den zeitgenössischen Tanz genauso viel Publikum begeistern könnte, wie fürs Ballett. Zeitgenössischer Tanz müsse Opernhäuser füllen, hieß es mal, und das kann er ja auch, wenn Namen wie Pina Bausch, Sasha Waltz oder nun: Sharon Eyal plakatiert sind. 9000 Zuschauer in acht Vorstellungen, das ist die...

augsburg: kevin o‘day «divertimento4amadeus»

«Gute Nacht, gute Nacht, / scheiß ins Bett dass‘ kracht; / gute Nacht, / schlaf fei’ g’sund und / reck’ den Arsch zum Mund». Wolfgang Amadeus Mozart hat dieses Gedicht aus einem seiner Bäsle-Briefe zu einem herzallerliebsten Kanon auskomponiert, so eingängig wie ein Abzählreim. Choreograf Kevin O’Day teilt die kindliche Freude des Komponisten an...