politik im tanz

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Vom Schauspiel verlangt das Publikum, dass es Stellung bezieht, Partei ergreift und eine Meinung vertritt. Vom Tanz hat man derlei kaum je erwartet. Darum war er so selten politisch verdächtig – ausgenommen, die Künstler ließen sich von Diktatoren verheizen. Der Tanz fällt gern in die Kategorie des Amüsements und scheint dem Zirkus verwandter zu sein als der politischen Rhetorik. Wie so vieles ist auch das eine Frage der Perspektive und des Bewusstseins.

Denn jenseits explizit politischer Anliegen können Tanzstücke, kann der Tanz in heftige politische Turbulenzen geraten und entsprechende Reaktionen auslösen.

So geschehen mit «La création du monde», der Welterschaffung durch die weltkriegsgeschädigten Künstler Fernand Léger, Blaise Cendrars und Rolf de Maré, die hinter dem Schutzwall afrikanisch inspirierter Masken 1923 ein Ballett aus Panzern schufen. Faustin Linyekula entreißt den Großvätern der Avantgarde diese Larven – weshalb der durchaus kriegserfahrene kongolesische Choreograf in Konflikt mit dem weißen Mann gerät, weil dieser seine Geschichte gern als unveränderliches Monument anbetet (Seite 8). Oder sie als Wunde begreift, die niemals heilen darf. Israel Galván, der ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
von

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