Polina Semionova
Sie war noch lange nicht 18, da hat sie Vladimir Malakhov vom Fleck weg als Erste Solistin ans Berliner Staatsballett engagiert. Acht Jahre ist das her. Inzwischen ist Polina Semionova so populär, dass man für einen Buchtitel getrost auf ihren Nachnamen verzichten kann. Auf 250 Seiten passt ihr Werdegang bereits, obwohl sie «einfach keinen Ballettkörper» hatte – wie eine Pädagogin der Moskauer Bolschoi-Ballettakademie zitiert wird, die ihre fehlenden X-Beine beklagte.
Lachhaft im Nachhinein, was eine andere Lehrerin am kommenden Star auszusetzen hatte: «Das Becken steht irgendwie falsch. Wahrscheinlich kriegt sie deshalb das Bein nicht richtig hoch.»
Polina Semionova hat dennoch ihren Weg gemacht, «aus der Moskauer Vorstadt auf die großen Bühnen der Welt», wie der Untertitel ihrer Biografie heißt. Gerhard Haase-Hindenberg hat sie geschrieben, ein Regisseur, Schauspieler und Sachbuchautor, den mancher auch als Gastgeber einer Hörfunkreihe kennt. Unprätentiös, aber nie leidenschaftslos erzählt er von der Last wie von der Lust, die das Leben dieser Ausnahmetänzerin prägen. Die Kunst ist ihr nicht in den Schoß gefallen. Auch nicht ihr verblüffendes Können. Zu den eindringlichsten ...
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