sprachlos...
wie der Tanz ist, könne er Gefühle doch weit umstandsloser ausdrücken als jede Beschreibung. Das Wort durch die Tat zu ersetzen, das war in jeder Blütezeit des Tanzes sein stärkstes Argument. Als vor zweihundert Jahren der Tanzreformer Jean Georges Noverre starb (Seite 56), hatte man begonnen, literarische Meisterwerke in Tanz zu übertragen, in einer Zeit, die dem gesprochenen Wort politisch misstraute. Dagegen sprach die Glaubwürdigkeit des handelnden Körpers ganze Bände.
In Hannover wurde ein rhetorisch hoch komplexes Werk, Choderlos de Laclos’ Briefroman «Gefährliche Liebschaften», zur Grundlage eines Balletts (Seite 8). Und in Dortmund versucht man, große Stoffe der Weltliteratur zu aktualisieren – nach «Krieg und Frieden» gibt es nun ein Ballett nach Shakespeares «Hamlet» (Seite 12). In beiden Fällen scheint es, als könne man die Sprache, die aus körperlicher Erfahrung entsteht, einfach so in den Körper wieder zurückverpflanzen.
Dabei ist das Literaturballett, wie die Literaturverfilmung, wirkliche Kunst. Viele Worte werden in einem Bild so verdichtet, dass man kaum noch Worte braucht. Soeben zeigte die Tanzwissenschaftlerin Susanne Foellmer in ihrem Versuch einer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dieser Wettbewerb traut sich was. Juliane Rößler rief ihn vor fünf Jahren ins Leben, nicht, um dem Ballett den Rücken zu kehren, sondern um dem altbackenen Allmachtsanspruch des Balletts die Kreativität der Choreografen entgegenzuschleudern – die selbstredend auch mit Balletttechnik im Ludwigshafener Pfalzbau ihren battle veranstalten, wie es ihnen parallel der...
Eine Aufführung einfach sympathisch zu finden, ist eigentlich das Schlimmste, was man über sie sagen könnte. Genau dieses Gefühl aber hat «You’ve changed» von Thomas Hauert nach seiner Premiere in Lissabon hinterlassen. Tänzer, frei von geschlechtlicher Zuschreibung, sind mit frei fließenden Bewegungen auf der Bühne unterwegs, während dieselben Tänzer noch einmal...
«Bewegung begeistert mich», sagt Sabine Stenzel. Dass die studierte Sportökonomin in Frankfurt am Main nun Projektleiterin des neuen Frankfurt LAB ist, passt prima. Ihr Büro, das frisch geweißelt riecht und auf dessen kahle Wände sich die Bilder freuen, die unten am Tischbein lehnen, teilt sie mit dem Kollegen von der Technik. Am 1. August hat sie ihre Arbeit...
