Po-Cheng Tsai
Bei «Floating Flowers» glaubten wir noch an einen Scherz, einen nicht einmal besonders jungen: Mann versteckt sich unter Rock von Frau. Indes, bereits im Duo mit Gauthier Dance zeigte sich die Nonchalance, mit welcher Po-Cheng Tsai zeitgenössischen westlichen Tanz, Urban Dance und Showbiz mit Elementen aus fernöstlicher Kultur verbindet.
Der Wow-Effekt kam 2017 in Luzern. Hierher hatte die stilsichere Talententdeckerin Kathleen McNurney den jungen taiwanesischen Choreografen für eine Kreation geladen.
Sie hatte Po-Cheng Tsai 2015 beim «Internationalen Choreografiewettbewerb» in Kopenhagen kennengelernt und dem 1. Preis ihren «Tanz Luzerner Theater Production Award» hinterhergeschickt. In «Niflheim», dem Nebelheim aus der nordischen Mythologie – oder auch in der Hölle – geraten dunkle, maskierte Gestalten mit eckigen Bewegungen aneinander, die dann plötzlich weich und fließend werden. Das Stück bewegt sich zwischen Bebop, asiatischer Kampfkunst und Mystery Movie. Und spiegelt auch den Werdegang des Choreografen. Po-Cheng Tsai hatte bereits vor seinem Tanzstudium an der Nationaluniversität für Kunst in Taiwan zu choreografieren begonnen und füllte dann bei einem Austausch in New ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Lilo Weber
«I was very into it and never really part of it», so beschreibt Katerina Andreou ihre Beziehung zum Ballett- und Klavierstudium, dem sie sich bis Anfang 20 widmete. Dieses Teilhaben aber nicht Teilsein hat sie beibehalten. Nicht umsonst heißt ihr letztes Stück «BSTRD»: ein Bastard ohne Vokale, ein Körper ohne Seele. Was gehört zu mir? Was kann ich mir aneignen?...
Die Wurzeln, Prägungen und eingeschriebenen Erfahrungen, die mein Tun und Denken beeinflussen und die Teil meiner Identität geworden sind als Mensch und als Tänzerin, sind zunächst durch meine Ausbildung im klassischen Tanz beeinflusst. Später kamen Erfahrungen mit verschieden Stilen, Methoden und Ansätzen des zeitgenössischen Tanzes hinzu. Ich fühle aber auch eine...
Heimat ist für mich dort, wo meine Familie und meine Arbeit sind. Meine Familie befindet sich in Nürnberg und Madrid, aber meine Arbeit findet auf der Bühne und im Ballettsaal statt. Für die vergangenen zehn Jahre war meine Arbeits-Heimat das Staatstheater Nürnberg. Heimat ist für mich ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle. Und das war für mich, seitdem ich mit...
