Ankommen

Er war ein grandioser Tänzer, ist ein exzellenter Choreograf – und hat lange mit sich, seinem Körper, seinem Ehrgeiz gerungen. Über den Weg zu sich selbst spricht Martin Schläpfer.

Tanz - Logo

Martin Schläpfer, eine Frage an den Tanzkünstler: Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Körper, ist er Ihnen Heimat?

Martin Schläpfer: Oha …

… Sie schmunzeln?
Wenn ich tanze und physisch alles stimmt, was – außer bei Hans van Manens «The Old Man and Me» – in letzter Zeit so war, fühle ich mich als Tanzender sehr wohl, ja. 

Was macht dieses Gefühl aus?
Ich meine es nicht in dem Sinne, dass ich alles gut fände, was mein Körper macht.

Das Wohlgefühl nährt sich aus den Möglichkeiten, mit diesem Körper etwas auszudrücken, ihn an Grenzen zu bringen, ihn auszuprobieren. Auch ihn zu hinterfragen – ich würde nicht sagen, das Wohlgefühl alleine wäre für mich genügend.

Ist der Körper Freund oder Feind des Tänzers?
Wenn der Künstler oder die Künstlerin auf der Bühne arbeitet und kämpft – was man ja auch muss – an der Linienführung, an der Verkunstung –, und es ihm oder ihr dabei gelingt loszulassen, dann ist der Körper der Freund. Ich glaube nicht, dass es eine wirklich große, berührende Vorstellung eines Tänzers geben kann, wenn der Körper Feind ist. 

Wie findet ein Tänzer seinen individuellen Ausdruck, wenn seine Sprache doch schon durch den Choreografen von außen vorgegeben ist?
Ich glaube, wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Entdecker, Seite 75
von Bettina Trouwborst

Weitere Beiträge
Ana Morales

Ana Morales wurde in Barcelona geboren, tanzte schon als Kind, ging später aufs Konservatorium und wurde mit 16 Jahren für ein dreijähriges Stipendium der Compañía Andaluza de Danza auserwählt, in die sie später als Solistin zurückkehren sollte, um mit ihr die ganze Welt zu bereisen. 2009 wurde sie mit einem der wichtigsten Preise für Flamencotanz, dem «Premio...

Constanza Macras

Austauschprojekte mit afrikanischen Tänzern stehen derzeit hoch im Kurs. Ein wahrer Glücksfall ist das Projekt «Hillbrowfication», das die Berliner Choreografin Constanza Macras mit 21 Kindern und Jugendlichen aus Südafrika erarbeitet hat. Die jungen Performer kommen alle aus Hillbrow: Einst ein Vorzeige-Stadtteil von Johannesburg, ist das Viertel heute ein Synonym...

Raphael Hillebrand

Meine tänzerische Heimat ist Hip-Hop. Wenn ich auf eine Hip-Hop-Jam gehe, kenne ich die Codes und Verhaltensregeln. Sie bilden die erste Schicht meiner künstlerischen Identität. Jede weitere Schicht, die sich im Lauf der Jahre darübergelegt hat, musste sich mit Hip-Hop vergleichen, an ihm reiben und schließlich Kompromisse finden. Heute fühle ich mich in vielen...