geschichte: apollo’s angels
Kaum ein Ballettbuch wird im angloamerikanischen Sprachraum so diskutiert wie Jennifer Homans’ «Apollo’s Angels». Was von der ehemaligen Tänzerin und Kritikerin des «New Republic» natürlich beabsichtigt war – und sogleich ihrer provokanten, nach reichlich 500 überlegen recherchierten und formulierten Seiten als Knaller gebotenen Schlussthese widerspricht: «Ballet is dead.» Ballett als ephemerste, weil am ehesten mit einer längst nicht mehr existierenden Hofkunst verknüpfte Kunst, ist oftmals gestorben und wiedergeboren worden, das erzählt Homans.
Das ist der brillante Teil ihres Buchs. Ihre Tanztour d’horizon von den gern grotesken Tanzeinlagen im Renaissance-Italien über das Erblühen durch Absonderung am französischen Hof Ludwigs XIV. bis zu den Ballets Russes als Initialzündung für den Tanz im 20. Jahrhundert verbindet in einprägsamen Kapiteln Kunst und Gesellschaft. Ihr Interesse gilt den Personen, die Tanzgeschichte geschrieben haben und die das Ballett zu einer relevanten, auch politisch ernst genommenen Kunst gemacht haben.
So unterhaltsam wie lehrreich sind ihre Ausführungen über den Männertanz des Barock, über den Kampf gegen die Anatomie, über die Französische ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 61
von Manuel Brug
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