Pinas Spuren
Der erste Blick in den Raum löst Unbehagen aus. Glupschaugen und ein angriffslustiges Maul gehören einem Fisch. Sanfte Fado-Klänge lassen einen vor der hallenhohen Videoprojektion verharren. Schöne bunte Fische. Aber auch sie ist da: Pina Bausch. Sie tanzt vor der blau-grünen Unterwasserlandschaft, sehr verinnerlicht, ihr Solo aus «Danzón». Ein Moment des Innehaltens gleich zu Beginn der Ausstellung «Pina Bausch und das Tanztheater» in der Bundeskunsthalle Bonn.
Schon drängt es einen weiter, lockt die Schau doch mit dem originalgetreuen Nachbau der Lichtburg, dem Kino in Barmen, vom Tanztheater Wuppertal seit 1973 als Proberaum genutzt. Dort läuft der performative Teil der Museumspräsentation, finden verschiedene Veranstaltungsformate, Tanzworkshops und Talks statt. Heute studiert Jo Ann Endicott mit dem Publikum die «Nelken-Linie» ein.
Doch vor das Tanzvergnügen haben die Kuratoren die Chronisten-Pflicht gesetzt. Monitore mit Kopfhörern sind kreisförmig aufgestellt. In ihrer Mitte stehen kleine, runde Tische mit schwarzen Holzstühlen – hier kann man alte Probenausschnitte in «Café Müller»-Kulisse betrachten. Durch die Geschichte der Tanztheater-Ikone führen Exponate in Vitrinen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2016
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Bettina Trouwborst
Sie beide arbeiten schon lange künstlerisch mit Flüchtlingen und Migranten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jessica Höhn: Mit Flüchtlingen arbeite ich, seit ich freiberuflich als Theaterpädagogin unterwegs bin, also etwa seit zehn Jahren. Es fing mit Theaterprojekten zur Sprachförderung an. Seit sechs Jahren leite ich eine interkulturelle Gruppe am Off-Theater...
Bereits seit 2002 ist der an der Musikhochschule Köln ausgebildete Tarek Assam Ballettdirektor am Stadttheater Gießen, er hält dem kleinen Dreisparten-Haus die Treue – und umgekehrt. Er hat ein Festival, «TanzArt ostwest», etabliert und produziert unverdrossen und zuverlässig mit nur 13 Tänzerinnen und Tänzern. Im Großen Haus steht ihm in der Regel das Orchester...
screening: anne teresa de keersmaeker an der pariser oper
Das Beste kommt am Schluss: «Anne Teresa De Keersmaeker an der Pariser Oper» heißt es kurz nach Mitternacht, und auf dem Programm stehen mit Béla Bartóks «Quatuor n°4» (Foto) und Ludwig van Beethovens «Die große Fuge» erst mal zwei frühe Arbeiten der Flämin, wenngleich in einer Up-to-date-Aufzeichnung aus...
