Pina Bausch: Das Koreastück
Vergorener Chinakohl würde vermutlich zu stark riechen. Außerdem ist er zu klein geschnitten, als dass man ihn als Fächer benutzen könnte. Food Art in Wuppertal: Rainer Behr wird demnach mit frischem Chinakohl belegt; dessen Blätter taugen den Frauen als grüne Wedel. So sieht es aus mit Pina Bauschs Souvenirs aus Korea – man übernimmt das, was ein jeder assoziativ als koreanisch erkennt und fertigt daraus eine Light-Version für daheim. Wie das mit den fremden Speisen hierzulande auch passiert. Kimchi mild – Mildessa, made in Elberfeld.
Die magere Ausbeute aus der Koproduktionsstadt Seoul reicht gerade einmal für halb gare Szenen wie diese. Wer zu viel Kraut isst, produziert viel heiße Luft. Die weht in zweieinhalb Stunden von der Bühne herüber und transportiert eine ernüchternde Botschaft. Das neue Stück hat diesmal nicht nur keinen Titel. Es fehlen Idee, Inhalt, Timing und Dramaturgie. Das geht sogar so weit, dass nicht einmal mehr die Tänze beglückten, die bisher doch jedes noch so schwache Bausch-Stück gerettet haben. Hier sieht man den faden Abklatsch des Oft-Gesehenen, dargeboten als müdes Selbstzitat. Doch den größten Bärendienst haben Pina Bausch diesmal die Musikmixer und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
August Bournonville had a fine command of language and expressed his views on music in many a well-turned phrase: “Music, which to the uninitiated would only seem to serve the ballet as an attendant, is actually its real vital principle: melody and harmony evoke atmosphere and character, rhythm determines movement, and there are instances of music which can, as it...
Wohngemeinschaften sind beliebte Sujets auf der Bühne, im wirklichen Leben, und im Reality TV ohnehin. Dies, obwohl die Rede darüber seit den späten 1960ern immer dieselbe ist: WG-Mitglieder hören laute Musik, streiten sich gern, bumsen über Kreuz, leben in Sauordnung und lesen unanständig viel. Das tun sie auch in Gilles Jobins «Steak House», doch den...
Sölden liegt im Ötztal, Österreich. Da, wo ein einsamer Alpenüberquerer, vom Gletscher ausgespuckt, der hiesigen Tourismusindustriemaschine mächtig Auftrieb gab. Seitdem erinnert man sich an den Wagemut. 218 v. Chr. überquerte Hannibal aus Kathargo in nur zehn Tagen mit 60 000 Mann und seinen berühmten 37 Elefanten die Alpen. Aus Südfrankreich kommend fiel sein...
