Philippe Decouflé: «Désirs» im Crazy Horse
Siehe da, plötzlich hat auch der Kulturfreund allen Grund, ins Crazy Horse zu gehen, weil dort Philippe Decouflé die Puppen tanzen lässt. Dass in ihm ein sensibler Bewunderer des weiblichen Körpers steckt, war seit Langem öffentlich. Schon seine letzte Großtat war eine Revue mit wahren Striptease-Tänzerinnen. Die aber wollte nicht recht zünden, weil er dort keine Videos einsetzen konnte. Jetzt hat er sein Paradies gefunden. Die gelenkigen Tänzerinnen des «Crazieee» mit ihren enorm genormten Optimalkörpern sind ein perfektes Corps de ballet.
Im Eröffnungs-Act exerzieren sie als aufziehbare Soldatenfiguren. Die entblößten Oberkörper unter Bärenfellmützen sind die Markenzeichen des Hauses. Decouflé hat daran nicht gerüttelt. Sonst aber kann er hier seine Ursprünge bei Alwin Nikolais mit seinen eigenen Faibles verbinden. Das Crazy Horse verfügt über modernste Lichttechnik, und Decouflé kann sie endlich mal kreativ einsetzen. Das weltberühmte Cabaret kommt voll auf seine Kosten, versteht es sich doch seit seiner Gründung 1951 als avantgardistisch. Intendantin Andrée Deissenberg, vom Cirque du Soleil an die Avenue George V gekommen, will das Pub-likum verjüngen. Nach ersten Eindrücken ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Schwer zu sagen, was Choreografen immer wieder dazu treibt, sich mit «Schwanensee» zu beschäftigen. Ist es der Mythos, der die Menschwerdung als Metamorphose erklärt? Ist es die Geschichte eines Stücks, das am Anfang zum Scheitern verurteilt schien? Ist es die Musik Tschaikowskys, die dem Ballett eine sinfonische Größenordnung erlaubt, die es zuvor nicht besessen...
Brasilien ist längst das gelobte Land für Europas Choreografen geworden. Vor allem in den Favelas schürfen sie gern nach menschlichem Gold. Rachid Ouramdane fand dort Wunschinterpreten, und Storms HipHop-Herz schlägt für die Kompanie Discipulos do ritmo. Nun wurde auch Mourad Merzouki (Kompanie Käfig) an der Copacabana fündig.
Für die Companhia urbana de danza...
Das Chaos droht: marodierende Mini-Zuschauer, sabotierende Zwischenrufe, Anarchie auf kleinen Beinen. 260 Schulkinder backstage bei einer Vorstellung – da kann eine Choreografin schon nervös werden. «Ich hatte eine Heidenangst», gesteht Silke Z. Bei ihrer Produktion «It’s a Man’s World» für Zuschauer ab zehn Jahren holt sie das Publikum für die ersten zwölf Minuten...
