Philippe Decouflé: «Désirs» im Crazy Horse

Paris

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Siehe da, plötzlich hat auch der Kulturfreund allen Grund, ins Crazy Horse zu gehen, weil dort Philippe Decouflé die Puppen tanzen lässt. Dass in ihm ein sensibler Bewunderer des weiblichen Körpers steckt, war seit Langem öffentlich. Schon seine letzte Großtat war eine Revue mit wahren Striptease-Tänzerinnen. Die aber wollte nicht recht zünden, weil er dort keine Videos einsetzen konnte. Jetzt hat er sein Paradies gefunden. Die gelenkigen Tänzerinnen des «Crazieee» mit ihren enorm genormten Optimalkörpern sind ein perfektes Corps de ballet.


Im Eröffnungs-Act exerzieren sie als aufziehbare Soldatenfiguren. Die entblößten Oberkörper unter Bärenfellmützen sind die Markenzeichen des Hauses. Decouflé hat daran nicht gerüttelt. Sonst aber kann er hier seine Ursprünge bei Alwin Nikolais mit seinen eigenen Faibles verbinden. Das Crazy Horse verfügt über modernste Lichttechnik, und Decouflé kann sie endlich mal kreativ einsetzen. Das weltberühmte Cabaret kommt voll auf seine Kosten, versteht es sich doch seit seiner Gründung 1951 als avantgardistisch. Intendantin Andrée Deissenberg, vom Cirque du Soleil an die Avenue George V gekommen, will das Pub-likum verjüngen. Nach ersten Eindrücken ...

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Tanz Januar 2010
Rubrik: Kalender, Seite 49
von Thomas Hahn

Vergriffen
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