Philippe Decouflé: «Désirs» im Crazy Horse

Paris

Tanz - Logo

Siehe da, plötzlich hat auch der Kulturfreund allen Grund, ins Crazy Horse zu gehen, weil dort Philippe Decouflé die Puppen tanzen lässt. Dass in ihm ein sensibler Bewunderer des weiblichen Körpers steckt, war seit Langem öffentlich. Schon seine letzte Großtat war eine Revue mit wahren Striptease-Tänzerinnen. Die aber wollte nicht recht zünden, weil er dort keine Videos einsetzen konnte. Jetzt hat er sein Paradies gefunden. Die gelenkigen Tänzerinnen des «Crazieee» mit ihren enorm genormten Optimalkörpern sind ein perfektes Corps de ballet.


Im Eröffnungs-Act exerzieren sie als aufziehbare Soldatenfiguren. Die entblößten Oberkörper unter Bärenfellmützen sind die Markenzeichen des Hauses. Decouflé hat daran nicht gerüttelt. Sonst aber kann er hier seine Ursprünge bei Alwin Nikolais mit seinen eigenen Faibles verbinden. Das Crazy Horse verfügt über modernste Lichttechnik, und Decouflé kann sie endlich mal kreativ einsetzen. Das weltberühmte Cabaret kommt voll auf seine Kosten, versteht es sich doch seit seiner Gründung 1951 als avantgardistisch. Intendantin Andrée Deissenberg, vom Cirque du Soleil an die Avenue George V gekommen, will das Pub-likum verjüngen. Nach ersten Eindrücken ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2010
Rubrik: Kalender, Seite 49
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Agnes Oaks

Es gibt ein letztes und ein allerletztes Mal. Da trat Agnes Oaks mit ihrem Ehemann und Tanzpartner Thomas Edur bei einer winterlichen Abschiedsgala im Sadler’s Wells auf. Sie tanzten die berühmten Szenen aus ihrem Repertoire, und ihre jubelnde Anhängerschaft lag ihnen zu Füßen. Im Sommer traten sie wieder auf, nun in «Les Sylphides» als gastierende Erste Solisten...

Das Bild und seine Geschichte

Jeden Morgen zwischen Erwachen und Aufwachen regiert das Halbschlafbäckchen. Das Halbschlafbäckchen schuf Blixa Bargeld, Lyriker der legendären Berliner Band Einstürzende Neubauten in den 1980ern, als Butoh, der japanische Tanz der geweißelten Körper, im Schlafanzug durch die Theater huschte. Butoh ist der große Halbschlaf des zeitgenössischen Tanzes: langsam,...

Leserpost

Ein schönes Titelfoto auf ballet-tanz 12/09. Aber es ist nicht «Scattered Crowd» in der Messe Frankfurt, sondern in der Pinakothek der Moderne in München in einem wunderbaren, zwei Monate langen Forsythe-Projekt mit verschiedensten Installationen, das Bernhart Schwenk und ich 2006 für die Pinakothek kuratierten. Es hieß «Proliferation and Perfect Disorder». Es...