persönlich
Bereits seit ihrem ersten Stück, «Eve sans feuille & la cinquième côte d’Adam» (Eva ohne Feigenblatt und Adams fünfte Rippe), interessiert sich Tatiana Julien, 22, für Körperbilder, Erotik und die damit verbundenen Ängste, Mythen, Moral- und Glaubensvorstellungen. In «Eve» zog sie ihre Darstellerinnen (inklusive der eigenen Person) in schwarzem Leder eher aus als an, stellte sie an die Bühnenrückwand und ließ sie posieren, plumpsen, poltern, was das Zeug hielt. Dabei schien sie das fotografische Werk Helmut Newtons genauso fest im Blick zu haben wie die Wand als Reibungsfläche.
Danach heizte sie bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs «Danse élargie» im Théâtre de la Ville den Buzz um sich weiter an, indem sie ein Work in Progress präsentierte, dessen endgültige Fassung beim diesjährigen Pariser «Faits d’hiver»-Festival in Windeseile ausverkauft war: Zehn professionelle Tänzer und sechzehn Amateure bilden in «La Mort & l’Extase» ein ganz besonderes Corps de ballet. Nackt und auf allen vieren kriechen sie nacheinander auf die Bühne, fast surreal in goldenes Licht getaucht. Danach schleicht ein männliches Trio herein. Auf den Rücken der drei Tänzer ist ein ebenso entblößter ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: menschen, Seite 32
von Thomas Hahn
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Ein Mensch muss seinen Tod akzeptieren. Wie Silvana Schröder dieses Sujet für das ThüringenBallett aufbereitet, in den Kontext der stetig fließenden, alles begrenzenden Zeit stellt, macht ihre zweite Arbeit als neue Ballettchefin sehenswert. Ohne klar erkennbare Story geht sie «Zeit.Punkt.» an; am Ende schließt sich dennoch auf beeindruckende Weise ein Lebensbogen....
