persönlich
newcomer_________
anna natt
Der folkloristische Flamenco kriselt. Flamenco als zeitgenössischer Tanz dagegen boomt. Auf der Erneuerungsschiene ist auch Anna Natt unterwegs. Tanz und Rhythmus reduziert sie auf ein Minimum, ohne die fundamentalen Ingredienzen des Flamenco zu verraten. In «Uro» wirkt sie gleichzeitig wie Stier und Torero. Bekleidet mit einem hochgeschlossenen schwarzen Body, präsentiert sie dem Publikum ihr Hinterteil. Der Stier wird allein durch ein Umknicken des Fußes, ein Zittern des Fleisches markiert.
Anna Natt, geboren in Minnea-polis als Tochter eines jüdischen Vaters und einer christlichen Mutter, entdeckt über Carlos Sauras Film «Flamenco» den spanischen Tanz. Mit 25 zieht sie nach Sevilla, um an der Fundación Cristina Heeren Flamenco zu lernen. Workshops, auch bei Israel Galván, folgen. Das Folkloristische interessiert sie weniger, stattdessen orientiert sie sich zunehmend in Richtung eines «konzeptionellen Flamenco», wie sie es nennt. Seit 2005 lebt und arbeitet sie in Berlin, unter anderem als Mitglied der Performance-Truppe Crystal Tits.
In «Der Dybbuk or Dolores it‘s time to hang up the castanets» verschmilzt sie Flamenco mit jüdischen Traditionen. Das ...
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Tanz Juli 2015
Rubrik: menschen, Seite 32
von
Die Anfänge seiner Choreografien schiebt Jefta van Dinther gern lang sam aus einem Nullpunkt heraus: aus der Reglosigkeit, wie einst bei «It’s in the air» (2009), dem Duett des Schweden mit Mette Ingvartsen. Oder aus der Ununterscheidbarkeit der Performer vom streunenden Publikum bei «The way things go» (2011); und diesmal aus völliger Dunkelheit und Stille. Ein...
Das Thema der Hochzeit wird in der neuen Ballettpremiere im Linzer Musiktheater aus zwei Perspektiven beleuchtet. Zwei Choreografinnen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Tanzsprachen beschäftigen sich damit. Die Koreanerin Hea-Kyung Lee beruft sich in «Mae» auf eine überlieferte Geschichte, und zwar die des Thronfolgers einer alten Dynastie,...
In der «Geschichte vom Soldaten» lässt der Teufel die Flammen züngeln, und im «Feuervogel» entfacht Sidi Larbi Cherkaoui anschließend einen solchen Bühnenzauber, dass man fast um das Theater fürchtet. Ein Regenguss wäre da mehr als willkommen. Den hat es allerdings schon im Anfangsbeitrag von Marco Goecke gegeben, der nicht nur aus Qualitätsgründen an das Ende...
