persönlich

Newcomer: Reut Shemesh – Unfreiwillig verabschiedet: Marguerite Donlon, Stephan Thoss und Jörg Weinöhl – David Wall ist tot – Maurice Béjart adoptiert posthum – Kulturkahlschlag in Sachsen-Anhalt: Tomasz Kajdanski

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reut shemesh

Einundzwanzig Monate hat Reut (sprich «Re-ut») Shemesh in der Armee gedient. Drei Jahre müssen sie in Israel ran. Nebenher konnte sie weiter in ihrer Tanzschule in Yavne bei Tel Aviv trainieren. «Armee war langweilig», sagt sie in gutem Deutsch. Kurze Pause. «Ich war Rebellin. Ich fühlte mich extrem unwohl. Ich konnte nicht machen, was ich nicht will, und das war nicht, was ich will.» Dieses Unnachgiebige, dieses wie mit Splittern in der Hand Gebaute, das entdeckt man sofort in ihren Choreografien.

Sie haben Witz und Schmerz und sprechen von Misstrauen, indem sie Übereinstimmungen vortäuschen, die unvermittelt zerbrechen.

Bei einem Kölner Festival überraschten 2011 zwei ihrer Stücke, Importe aus den Niederlanden. Reut Shemesh war gerade mit ihrem Mann an den Rhein gezogen. Dort bekam sie zwar keine Förderung, machte aber trotzdem Stücke und tanzte wegen Geldmangel selbst in einem glühenden Duett, das eine raubtierhafte Schlacht ständig ankündigt und niemals ausführt. Und kürzlich hat sie acht alte Damen choreografiert. Jetzt, mit den tanzenden Artisten von der Kompanie Overhead Project, bereitet sie einen Abendfüller vor: «The boy who cried wolf». Er ...

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Tanz August/September 2013
Rubrik: menschen, Seite 40
von

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