People come and go
Party talk stays always the same», schrieb die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein. Sie hat Recht. Übers Wetter redet man schon immer, wenn man Wichtigeres nicht sagen möchte. Und gern über Abwesende, wobei gilt: Der oder die Abwesende ist nicht persönlich gemeint; man unterhält sich über Pina Bausch nur (S. 26) um auszuloten, was man gemeinsam denkt. Besonders beliebt, ja grassierend ist dagegen ein «Ich», das immerzu «Ich» sagt, «Ich auch» oder «Bei mir war das so» oder fast schon höflich: «Wo du das sagst, fällt mir dazu ein ...».
Mit Alain Platel kann man behaupten: Je weniger die Menschen in Verbänden, Kommunen und Familien leben, desto häufiger redet ein Ich vom «Ich», das sagen möchte: «Ich will auch dazugehören, wenigstens bei eurem Gespräch.» Doch nur eine Minderheit ist in der Lage, eine interessante Geschichte zu erzählen. Und das wäre auch sicher keine Geschichte, die mit «Ich» beginnt. Je leerer aber die Welt von Beziehungen, desto gefragter scheint sie wieder zu werden, die Meinung. «Wie fandest du den Tanzabend?», ist allerdings auch so eine Frage, die nichts über den Tanz wissen will, nur über das Teilen eigener Befindlichkeiten. Was ziemlich unfair ist, ...
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Oben oder unten? Im All oder im gemauerten Gewölbe? Sind es Aliens auf Drogen oder verstörte Kellerkinder, die da entrückt durch den Raum gleiten und ins Leere starren? Nichts von allem. Wir blicken ins Universum der Phantasmagorie, visualisieren Hirngespinste, die das Unbewusste im Traum auf die Reise schickt. Der junge Folkwang-Absolvent Ben J. Riepe hat sie in...
«Madame Bovary – das bin ich», sagte Flaubert. Könnte auch Maurice Béjart sagen. Wer immer in seinem Werk auftaucht, ist auch Maurice Béjart. In vielen seiner Ballette inszeniert er sich sogar unverblümt als Ich. Schon in «Gaîté parisienne» (1978) tritt er in Gestalt des jungen Bim auf, der sich nach Paris aufgemacht hat, um dort seine Ausbildung als Tänzer zu...
Rushhour in Moskau. Alle Räder stehen still. Die ohnehin schon engen Straßen sind zugeparkt – nicht von Leuten, die gerade mal kurz in einem der sündhaft teuren Geschäfte shoppen gehen oder sich in einem Café rund um den Theaterplatz einen Drink genehmigen, sondern von jungen Fahrern, die sich an diesem heißen Nachmittag bei laufenden Motoren dauerhafte Kühlung aus...
