Parkett International: Italien
«Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert.» Diesen Satz sagt Tancredi in Giuseppe Tomasi di Lampedusas berühmtem Roman «Der Leopard». Trotz des in letzter Zeit entfalteten breiteren Engagements für die Künste und einiger von Kulturminister Dario Franceschini erwirkter Neueröffnungen scheinen gewisse von der Politik getroffene Maßnahmen zur Lösung des Problems der kränkelnden Tanzlandschaft Tancredis Worte zu bestätigen. Bedauerlicherweise.
Leidet der italienische Tanz also unter dem «Leopard»-Syndrom?
Nach den Anhörungen Roberto Bolles und anderer wichtiger Repräsentant*innen der Tanzsparte vor dem Kulturausschuss des italienischen Parlaments, der mit der Ausformulierung der neuen Gesetzesvorlage für die Darstellenden Künste befasst ist, richtete Franceschini im vergangenen April einen permanenten Runden Tisch des Tanzes ein. Dieser wiederum hat den Auftrag, Eingaben beziehungsweise Vorschläge für die Gesetzgebung auszuarbeiten. Das ist durchaus etwas Neues. Doch die beständig anwachsende Zahl der überaus seltsam zusammengewürfelten Teilnehmerschaft lässt befürchten, dass es an einer echten Strategie mangelt, die kulturellen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Die Saison 2021/22, Seite 154
von Silvia Poletti
«Das hier wird unsere Küche.» Esteban Fourmi schwenkt seinen Laptop, damit die Journalistin in Deutschland das Setting beim Videocall sehen kann. Ein heller Raum zu ebener Erde im Zustand des Um- oder Einbaus. In der Mitte ein Metallgestell mit Platte, darauf weiße Kacheln. «Im Moment baue ich die Küche. Diesen Tisch habe ich mit Rollen gemacht», sagt Fourmi, und...
Es war eine weitere Schlacht in der Reihe der hochgradig ideologisierten Gefechte auf dem Gender-Kriegsschauplatz, die die britische Choreografin Rosie Kay im Dezember 2021 dazu bewog, die Kompanie zu verlassen, die sie 2004 selbst gegründet hatte und deren einzige Künstlerische Leiterin sie bis dahin gewesen war. Geführt wird dieser Krieg der Worte, der keine...
Die aktive Zeit von Tänzer*innen ist kurz – und die ukrainische Kunstfront erleidet gerade herbe Verluste. Aufgrund des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, sind die Tänzer*innen, Choreograf*innen und Dozent*innen von gestern heute damit beschäftigt, Spenden für Munition zu sammeln, Essen zu kochen und humanitäre Hilfe zu verteilen. Sie arbeiten als...
