Community

Die DAO-Graswurzelbewegung will mit intelligenter Software alte Hierarchien aushebeln

Support von oben: Selbst das Goethe-Institut unterstützt sogenannte «Decentralised Autonomous Organisations» (DAO). Inspiriert wurde diese Organisationsform durch digitale Technologien wie Kryptowährungen, die frei vom Einfluss aller Banken, Regierungen und Aktionäre funktionieren. Dieses Konzept ist für die Kunstszene durchaus interessant, denn auch Theater, Museen, Orchester, selbst die Freie Szene, leben nur sehr bedingt in unabhängigen Strukturen.

Bei aller vermeintlichen Kunstfreiheit sind sie abhängig von Regierungen und deren Budgets, was, wie immer, Vor- und Nachteile mit sich bringt. Neben einer gewissen finanziellen Sicherheit für die Mitarbeitenden sind Theater oft genug auch den Gesetzen der Geldgeber unterworfen, sprich: Sie sind behördenähnliche Gebilde, die nur zu einem Bruchteil aus Kunstschaffenden bestehen. Die von der Politik eingesetzte Leitung ist mehr oder minder genötigt, Druck von oben nach unten weiterzugeben und politische Erwartungen zu erfüllen. DAOs denken gegen diese Tatbestände an. Ihrem Wesen nach sehen sie sich als kollaborative Mitstreiter und funktionieren vielfach eher nach dem Prinzip des Hackathons, also einer Veranstaltung mit dem Ziel, den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2022
Rubrik: Vermessung des Tanzes, Seite 111
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
Parkett International: Tschechien

Auch wenn die Zeiten akuter Corona-Beschränkungen hoffentlich hinter uns liegen, hat das Virus die tschechische Tanzszene in der vergangenen Saison stark geprägt – und das nicht nur negativ. Die Künstler*innen vermissten zwar den direkten Kontakt mit dem Publikum, konnten aber von einem kostbaren Gut profitieren: Zeit. Diese gab ihnen Gelegenheit, Konzepte zu...

Wegweisend

Victor Cagnin
Dass Victor Cagnin, keine 20, ausgerechnet als Tadzio in Benjamin Brittens Oper «Tod in Venedig» erstmals so richtig ins Rampenlicht tanzt und damit wohl seine Karriere als großgewachsener Danseur noble gestartet hat, war nicht vorhersehbar gewesen. In der rundum geglückten Koproduktion der Wiener Volksoper mit dem Royal Opera House Covent Garden...

Parkett International: Niederlande

Mit dem Hip-Hop-Tanzfestival «Summer Dance Forever» legte die vergangene Tanzsaison in den Niederlanden einen fulminanten Start hin. Eines der Festival-Highlights im rappelvollen, energiegeladenen Internationaal Theater Amsterdam war Nedda Sous «Bloom»: ein starkes Stück über kollektive Authentizität, von vier Tänzer*innen im Krumping-Style abgeliefert. Ausgiebig...