paris: olivia grandville «cinq ryoanji»

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Es gibt nur einen Ryoan-ji, in Kyoto. Es ist der japanische Garten par excellence. Dass es fünf Ryoan-ji geben soll, liegt an John Cage. Der zeichnete ihn gleich mehrfach und ließ sich von seinen Bildern zu fünf Kompositionen inspirieren. Die wiederum erweckten in Olivia Grandville den Wunsch, den Ryoan-ji szenisch und tänzerisch zu ergründen, um zu testen, wie Cage die Esoterik des japanischen Gartens in seine Musik übertrug, und ob sich das auch choreografieren lässt.

Zum realen Ryoan-ji gehört ein rechteckiger, von Mauern umfasster Steingarten, eine Art Atoll aus hellgrauen Kieselsteinen, aus dem kleine Moosinseln herausragen. Auf ihnen erheben sich Felsbrocken wie miniaturisierte Gebirgslandschaften.

Zumindest bisher war Olivia Grandville nicht durch einen Hang zum Buddhismus aufgefallen. Im Gegenteil, sie wurde am Pariser Opernballett ausgebildet und tanzte u. a. in Produktionen von Maguy Marin, Dominique Bagouet und Robert Wilson. Ihre eigenen Stücke waren zuletzt der Geschichte des okzidentalen, neuzeitlichen Tanzes gewidmet, textlastig und das absolute Gegenteil von Meditation. Der Schlüssel zu ihrer Neugier auf leere Räume liegt eher in Cages Rolle für den zeitgenössischen ...

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Tanz Juni 2012
Rubrik: kalender, Seite 52
von Thomas Hahn

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