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Hat man das, was es schon mal gab, auch schon mal gesehen? Der Tanz findet in der Bildenden Kunst eine echte Anwältin in Sachen Reenactment

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Hätte der Fälscher Wolfgang Beltracchi, unlängst wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, nicht den Gemäldefundus der Moderne geplündert, indem er das Œuvre eminenter Leinwandkünstler eigenmächtig fortschrieb, um mit den Simulacra ordentlich Reibach zu machen, wäre er vermutlich sogar in den Genuss einer Museumshängung gekommen. Eine stilsichere Kopie, eine gekonnte Re-Inszenierung reicht nämlich aus, um sich in der Kunstgeschichte zu verewigen.

Das zeigt «Déjà-vu?», eine Werkschau der Wiederholungen von Albrecht Dürer bis YouTube, die derzeit in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe läuft.

Das Problem der Rekonstruktion, um das auch im Tanz ein Riesenbohei gemacht wird, hat die Bildende Kunst für ihr Ressort längst pragmatisch gelöst: Man darf, man kann, man soll alles abkupfern und ummodeln, was die eigene Fantasie auf Touren bringt. Niemand wusste das besser als Andy Warhol, der auf die Frage nach seinen technischen Finessen antwortete: «Keine Ahnung, fragen Sie Elaine» – Nachname Sturtevant. Die Dame betätigt sich seit den 1960er-Jahren als «appropriation artist» und hat unter anderem die Herren Jasper Johns, Claes Oldenburg und Joseph Beuys ...

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Tanz Juni 2012
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Dorion Weickmann

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