paris: Jean-Claude Gallotta: «Le sacre du printemps»
Was Jean-Claude Gallottas «Le sacre du printemps» von anderen unterscheidet, ist ausgerechnet Igor Strawinskys Musik. Dabei wird sie in keiner Weise verfremdet. Anstatt zu experimentieren, verfolgt Gallotta die Spuren des Meisterwerks zurück bis zu einer selten gehörten Version, eingespielt 1960 vom Columbia Symphony Orchestra. Für sie schwang Strawinsky noch persönlich den Dirigentenstab, sodass wir Einblick in seine Sichtweise des Werks erhalten. Das zerlegt er in seine Einzelteile.
Liegt es daran, dass er «das Komponieren mehr liebte, als die Musik selbst», wie Gallotta ihn im Stück zitiert?
Als Strawinsky am Dirigentenpult stand, ging Gallotta noch zur Schule. Heute erinnert er sich an den Musikunterricht, an seine erste Begegnung mit «Sacre» und seine spätere Vorliebe für Frank Zappa. Strawinskys apokalyptische, zerrissene Version klingt in der Tat wie eine Vorankündigung des Free Jazz und sagt mehr über den Meister aus als alle Dissertationen. In atonalen Launen springen die Instrumente einander an, als kämpften sie in der Hektik einer Großstadt um die Vorfahrt. Es ist eine Version, zu der man im Grunde nicht choreografieren kann, weil sich zu keiner Zeit das Gefühl ...
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Tanz März 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Thomas Hahn
der lehrer______
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