Outlanders
Antje Pfundtner, Sie arbeiten sonst eher biografisch orientiert, das Living Dance Studio dagegen dokumentarisch und konkret bezogen auf die chinesische Lebensrealität. Wie haben Sie und Wen Hui zu gemeinsamen Fragestellungen gefunden? Anknüpfend an ein Stück über die Flucht chinesischer Landarbeiter in die Stadt, «Dancing with Farm Workers», wollte Wen Hui ursprünglich das Thema weiterführen, aber es war mir fremd. Genau das interessierte Wen Hui – dieses «Fremdsein».
Wir sind als Künstler ständig unterwegs und an Orten, wo nicht mal der eigene Name ausgesprochen werden kann. Mein Name, Pfundtner: Wie soll das ein Chinese auch aussprechen? In China bin ich eine Fremde, und so haben wir uns gegenseitig Fragen gestellt, denn die Stücke des Living Dance Studio basieren ja auf Interviews und Recherchen.
Nun ist die Tanzszene ohnehin international und offener, aber gibt es Unterschiede in der Ästhetik und künstlerischen Arbeitsweise zwischen China und Deutschland? Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Wen Hui hat lange im Ausland gelebt und gearbeitet, ehe sie 1994 das Living Dance Studio gründete. Aber die Unterschiede zu Tänzern, die da geblieben sind, ...
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Brixton ist ein Stadtteil von London. Jamaikaner leben hier, Schwule im Exil, weil Homosexualität im Rasta-Paradies mit hohen Strafen geahndet wird. Ein homosexueller Jamaikaner, der in Brixton auf einen heterosexuellen Jamaikaner trifft, erkennt schnell: Alte Kulturen sind stärker als die Rechtslage in England. Sein Leben hängt am seidenen Faden.
Auf die...
Li Wei
der 1970 geborene und in Beijing lebende Künstler, hat riesigen Erfolg auf dem internationalen Kunstmarkt. Ähnlich wurde nach dem Fall der Mauer auch die Neue Leipziger Schule berühmt. Man kaufte und sammelte die einfache Lesbarkeit des bis dato Fremden, die Rückkehr des «Realismus», das Unverrätselte der Kunst. Die DDR, Schlupfwinkel der Andeutung, schien so...
