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Das neue Werk von Constanza Macras ist zynisch, lustig, bunt, wie immer. Zwei Jahre Vorbereitung kostete es, diese Geschichte über Roma in Osteuropa zu erzählen. Versteht man sie jetzt?

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Auf der Bühne steht eine Garage. Ein Auto. Eine Feuerstelle. Ein Alter liest Zeitung. Die «Junge Welt». Die wirklich junge Welt gehört hier fast zwei Dutzend Roma. Junge Tänzer klettern aus dem billigen Auto mit Mercedesgrill, lackiert in edler Ledertaschenart mit den Initialen der Choreografin. Ältere Musiker treten cool aus der Garage, sicher keine Typen, denen man sein Handy leiht. Nur der Alte sitzt da wie ein bis zum Desinteresse toleranter Sozialarbeiter, ein Sittenwächter ohne Maßstab, somit unser Spiegelbild.

Er ist der einsame Repräsentant einer Generation, die den Jüngeren immerzu mitteilen soll, was da mal war, als die «Schwarze Legion» in Ungarn, Tschechien und  Slowakei die Zigeuner einsammelte, sie in Arbeitslager steckte, später ins KZ. Er, angeblich ein Volksschullehrer, sei «in hundert Jahren nie umgezogen». Der Zigeuner ist sesshaft.

Das ist kein Witz. Nur: Wie soll ausgerechnet ein Tanzstück einen Nichtwitz erklären? Man muss schon wissen, dass das Reiseverbot in sozialistischen Ländern auch und besonders für die ziganen Minderheiten galt. Man steckte sie in Plattenbauten, zusammen mit anderen Arbeiterfamilien. Nach 1990 suchten fast alle das Weite. Nur die Roma ...

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Tanz August 2012
Rubrik: produktionen, Seite 22
von Arnd Wesemann

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