Berlin: jan fabre «drugs kept me alive»
Jan Fabre schreibt für Antony Rizzi ein Stück. Das kommt nicht aus heiterem Himmel. Fabre choreografierte einst für William Forsythes Ballett Frankfurt, dem Rizzi von 1985 bis 2004 angehörte. Hier haben sie einander schätzen gelernt. Rizzi arbeitete auch immer mal bei Fabre in Antwerpen, zuletzt in der «Orgy of Tolerance», nachdem er bei einem HIV-Test erfahren hatte: positiv. «Ein Jahr Chaos», seitdem lässt sich der Frankfurter nicht mehr unterkriegen. Dafür bewundert ihn Fabre und hat genau darüber nun ein Stück gemacht.
Diesem Konstrukt bläst der Performer eines halbfiktiven Selbst nun Luft und Leben ein. Und da Rizzi einer ist, der in seinen eigenen Stücken gern ausufert, profitiert er hier durchaus von der Fabre’schen Formbändigung.
Pillendosen in Reih und Glied umrahmen die Bühne im Nationaltheater von Maribor, wo die Premiere zum Lob der europäischen Kulturhauptstadt stattfand. Tony Rizzi, in Hemd und Hose, mit hellen, pierrothaften Einweghandschuhen und Laborantenhaube, spricht über das Leben, das nicht etwa umzingelt ist von pharmazeutischen Produkten. Sie haben es bereits restlos erobert. Die Pillen haben ihn im Griff, im Schlechten wie im Guten. Sie bekämpfen das Virus. ...
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Tanz August 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 53
von Melanie Suchy
abschied_________
truman finney
kannte ich, seit er 16 war. Wir lernten uns in der Stone-Camryn School of Ballet in Chicago kennen. Er kam aus Quincy, ich aus Milwaukee, wir trainierten zusammen, probten, lachten, wir wurden Freunde. Truman verließ Chicago, ging nach New York zur School of American Ballet, ich beendete meine Ausbildung an der Royal Ballet School...
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