Oona Doherty
Ihre Performances gehen auf direktem Weg ans Eingemachte. Inzwischen lässt Oona Doherty die viszerale Intensität, die sie als Performerin auszeichnet, auch in eigene Choreografien einfließen: glühende, aufrichtige Porträts männlicher und weiblicher Identitäten, geformt unter dem Schmiedehammer der Gesellschaft. Ihr Stück «Hope Hunt» brachte den choreografischen Durchbruch und trug ihr 2017 den «Total Theatre Award for Dance» beim «Edinburgh Festival» ein.
Doherty legte nach: «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» ging beim diesjährigen «Dublin Dance Festival» über die Bühne des Abbey Theatre. Außerdem ist Doherty eine von 20 auserwählten NachwuchschoreografInnen, die jährlich vom paneuropäischen Tanz-Netzwerk «Aerowaves» vorgestellt werden (www.aerowaves.org).
In «Hope Hunt» ebenso wie in «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» führt uns Oona Doherty ein längst in Fleisch und Blut übergegangenes Verhalten vor Augen, das seinen Ursprung in einem singulären Vorurteil der nordirischen Gesellschaft hat. «Entscheidungen in Fragen von Moral und Menschenrechten werden in diesem Land auf der Grundlage wirtschaftlichen Profits und eines religiösen Glaubenssystems getroffen», ließ sie im ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 158
von Michael Seaver
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Meine tänzerische Heimat ist Hip-Hop. Wenn ich auf eine Hip-Hop-Jam gehe, kenne ich die Codes und Verhaltensregeln. Sie bilden die erste Schicht meiner künstlerischen Identität. Jede weitere Schicht, die sich im Lauf der Jahre darübergelegt hat, musste sich mit Hip-Hop vergleichen, an ihm reiben und schließlich Kompromisse finden. Heute fühle ich mich in vielen...
Folgende Orte habe ich bislang als home bezeichnet: Peterborough, Annandale-on-Hudson, Manhattan, Frankfurt am Main, Paris, München, und Madrid. Die Liste der Orte, an denen ich mich vorübergehend zu Hause gefühlt habe, ist allerdings weitaus länger. Andererseits fehlen auf ihr zuweilen auch Orte, an denen ich wohnte – meine eigene Haut eingeschlossen.
Ich bin...
