Oona Doherty
Ihre Performances gehen auf direktem Weg ans Eingemachte. Inzwischen lässt Oona Doherty die viszerale Intensität, die sie als Performerin auszeichnet, auch in eigene Choreografien einfließen: glühende, aufrichtige Porträts männlicher und weiblicher Identitäten, geformt unter dem Schmiedehammer der Gesellschaft. Ihr Stück «Hope Hunt» brachte den choreografischen Durchbruch und trug ihr 2017 den «Total Theatre Award for Dance» beim «Edinburgh Festival» ein.
Doherty legte nach: «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» ging beim diesjährigen «Dublin Dance Festival» über die Bühne des Abbey Theatre. Außerdem ist Doherty eine von 20 auserwählten NachwuchschoreografInnen, die jährlich vom paneuropäischen Tanz-Netzwerk «Aerowaves» vorgestellt werden (www.aerowaves.org).
In «Hope Hunt» ebenso wie in «Hard to be Soft – A Belfast Prayer» führt uns Oona Doherty ein längst in Fleisch und Blut übergegangenes Verhalten vor Augen, das seinen Ursprung in einem singulären Vorurteil der nordirischen Gesellschaft hat. «Entscheidungen in Fragen von Moral und Menschenrechten werden in diesem Land auf der Grundlage wirtschaftlichen Profits und eines religiösen Glaubenssystems getroffen», ließ sie im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 158
von Michael Seaver
Ana Morales wurde in Barcelona geboren, tanzte schon als Kind, ging später aufs Konservatorium und wurde mit 16 Jahren für ein dreijähriges Stipendium der Compañía Andaluza de Danza auserwählt, in die sie später als Solistin zurückkehren sollte, um mit ihr die ganze Welt zu bereisen. 2009 wurde sie mit einem der wichtigsten Preise für Flamencotanz, dem «Premio...
Martin Schläpfer, eine Frage an den Tanzkünstler: Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Körper, ist er Ihnen Heimat?
Martin Schläpfer: Oha …
… Sie schmunzeln?
Wenn ich tanze und physisch alles stimmt, was – außer bei Hans van Manens «The Old Man and Me» – in letzter Zeit so war, fühle ich mich als Tanzender sehr wohl, ja.
Was macht dieses Gefühl aus?
Ich meine es nicht...
Die Insel Taiwan ist die Heimat des weltberühmten Cloud Gate Dance Theatre. Was aber bedeutet «Zuhause» für ein Ensemble, das oft auf Reisen ist? Ich treffe mich mit drei Mitgliedern der Kompanie: mit -Huang Li-cheh und den Tänzerinnen Su I-ping und Huang Mei-ya, die häufig in Solopartien zu sehen sind. Was vermissen sie am meisten, wenn sie touren? «Meine Katzen,...
