wolfsburg: Rami Be'er: «If At All»
«If At All». Der Titel stellt sich einen Schritt neben die Realität und zwischen Ja und Nein. Rami Be’er hat für seine Kibbutz Contemporary Dance Company ein neues Stück ohne Story oder eindeutig benennbares Sujet choreografiert. Stattdessen vertieft es sich in den Versuch, Gegensätze zu überwinden: Weder Mensch noch Tier, «wenn überhaupt»; Mann oder Frau, allein oder in der Gruppe, Paare gleichen oder ungleichen Geschlechts – das einzig verlässliche Element hier ist die Bewegung.
Hinten über der Bühne hängt ein kleiner Vollmond, der erste Teil des Stücks lockt Dunkelgestalten hervor. Erst eine einzelne, weiblich, die im Lichtspot unermüdlich Zwiesprache mit der umgebenden Bühnen-Nacht hält. Die Arme zwirbeln, der Oberkörper windet sich, weht hin und her, die Hände flattern, raffen, drücken, fügen etwas zusammen, schützen oder beschweren den Kopf, die Füße stehen breit, manchmal trappeln sie, fliegen einzeln in die Luft, die Knie sinken. Dann biegt die Frau sich auf, als wolle sie den Mondschein trinken. In ihrem atemlosen Dialekt sagt sie eigentlich schon alles, denn was folgt, kann ihr Glück und Unglück, die hier ineinandergepumpt werden, nicht entzerren.
Männer und Frauen treten ...
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Tanz April 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Melanie Suchy
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