Olga de Soto
Tanzvorstellungen sind flüchtig. Jeder Tanzliebhaber weiß, dass Details eines Stücks manchmal schon nach einigen Stunden verflogen sind. Monate oder Jahre später bleibt auf dem Grund der Erinnerung oft nur der Bodensatz einer Stimmung, eines persönlichen Gefühls oder eines auffälligen Details. Natürlich halten Rezensionen und Betrachtungen etwas von dem fest, was auf der Bühne zu sehen war, aber auch das sind nur nachträgliche Interpretationen.
Sie spiegeln vor allem wider, was sich zwischen Bühne und Zuschauerraum abspielte, wie die Vorstellung auf den Zuschauer wirkte, und nicht, wie sie tatsächlich aufgebaut war. Sogar eine Videoaufnahme kann diese Wirklichkeit niemals wieder herstellen. Jede Aufzeichnung versetzt den Zuschauer in eine passive Rolle: Die Wahl von Blickrichtung oder Fokus geschah durch den Regisseur, sodass die Beteiligung am Film geringer ist als im Theater. Eine Aufzeichnung verändert auch die Art des Geschehens: ein Bild, aufgebaut aus Pixels, ersetzt lebendige Körper, mit all ihren unbestimmten, kleinen, aber so wichtigen Details. Das führt zu einem qualitativ anderen Sehverhalten. Und schließlich, der Eventcharakter einer Vorstellung ist verschwunden: als ...
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By early 2006, choreographer and Professor of Choreography at the University College of Dance in Stockholm, Efva Lilja, will have completed her artistic research project “The Memory of the Body.“ To Lilja, human memory is a re-construction that is constantly changing as a consequence of the dynamic mental processes that create accumulated memory. As she puts it,...
