Olga de Soto

In «histoire(s)» (Erinnerungen an «Le jeune homme et la mort») konfrontiert Olga de Soto als Choreografin den Tanz mit einer mehr reflexiven Annäherung an den Tanz. Auf scheinbar einfache Weise erzählt dieses Stück alles über die Anziehungskraft von Tanz als Erinnerungsarbeit

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Tanzvorstellungen sind flüchtig. Jeder Tanzliebhaber weiß, dass Details eines Stücks manchmal schon nach einigen Stunden verflogen sind. Monate oder Jahre später bleibt auf dem Grund der Erinnerung oft nur der Bodensatz einer Stimmung, eines persönlichen Gefühls oder eines auffälligen Details. Natürlich halten Rezensionen und Betrachtungen etwas von dem fest, was auf der Bühne zu sehen war, aber auch das sind nur nachträgliche Interpretationen.

Sie spiegeln vor allem wider, was sich zwischen Bühne und Zuschauerraum abspielte, wie die Vorstellung auf den Zuschauer wirkte, und nicht, wie sie tatsächlich aufgebaut war. Sogar eine Videoaufnahme kann diese Wirklichkeit niemals wieder herstellen. Jede Aufzeichnung versetzt den Zuschauer in eine passive Rolle: Die Wahl von Blickrichtung oder Fokus geschah durch den Regisseur, sodass die Beteiligung am Film geringer ist als im Theater. Eine Aufzeichnung verändert auch die Art des Geschehens: ein Bild, aufgebaut aus Pixels, ersetzt lebendige Körper, mit all ihren unbestimmten, kleinen, aber so wichtigen Details. Das führt zu einem qualitativ anderen Sehverhalten. Und schließlich, der Eventcharakter einer Vorstellung ist verschwunden: als ...

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Tanz August/September 2005
Rubrik: Forgotten Memories, Seite 32
von Pieter T’Jonck

Vergriffen
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Leserbriefe

Hummeralbträume

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Sehr geehrte Frau Leichtentritt, nachdem ich zufällig in Poitiers bei meinem balletomanen Zahnarzt auf eine ganze Sammlung alter Ausgaben ihrer Tanzzeitschrift gestoßen war, machte ich mich mit Erstaunen daran, Ihren faszinierenden Artikel über George Balanchine und dessen...

Das Ballet Gulbenkian gibt es nicht mehr

Lisboa. Am 5. Juli 2005 ist das Ballet Gulbenkian unter der künstlerischen Leitung von Paulo Ribeiro aufgelöst worden. Mit augenblicklicher Wirkung. Ohne Ankündigung. Natürlich, zuvor gab es Gespräche, das weltweit tourende Ballet Gulbenkian aus der privaten Stiftung in Staatshände zu übertragen. Aber der Staat wollte es nicht. Nun, nach genau vierzig Jahren...