Nussknacker, leichtfüssig gemacht
Über «Schwanensee» kann man 52 Wochen im Jahr reden, auch im Sommer. Der «Nussknacker» dagegen ist ein seasonal ballet. Dazu hat ihn die angelsächsische Nachkriegszeit erzogen. Großbritannien liebt es, weil Weihnachtspantomimen dort Tradition sind. Der «Nussknacker» ist ein patriotischer Immigrant. Seit George Balanchine 1944 die Kampfszenen mit der amerikanischen Flagge ausstattete, trat das Ballett seinen Siegeszug bis in die letzten Kleinstädte der Vereinigten Staaten an. Neueste Fortsetzung: Zum Adventsbeginn bringt ihn ein Kanadier nach Leipzig.
Planungs-Hauptquartier: die Ballettleitung
Wenn Ballettdirektor Paul Chalmer seine beiden Dackel schlafend unter dem Schreibtisch in seinem Büro zurücklässt und in den Uwe-Scholz-Saal zum Proben geht, hängt an seiner Tür ein Schild: «Gone dancing». Auf dem Weg kommt er durch das Büro, das seine Referentin Editha Majer mit der Sekretärin Mara Rupprecht teilt. Hier wird jedes Planungsdetail diskutiert und dafür gesorgt, dass Spitzenschuhe und Physiotherapeuten, Aufenthaltsgenehmigungen und Gastlehrer vorhanden sind. Geht es um Geld oder Verträge, kommt der Texaner Matthew Bledsoe hinzu, ein ehemaliger Stuttgarter und Zürcher Tänzer, ...
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