«Zooming 4: The Sea is a Skin» von Daniela Kurz

Nürnberg

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Kann Dermatologie poetisch sein? Daniela Kurz sieht keinen Grund, das nicht zu untersuchen. Die Versuchstiere: drei abgestürzte Fallschirmspringer. Wie Schmetterlinge im Spinnennetz hängen sie in ihren Seilen, aufgespießt von Blicken, und zappeln zum zirpenden Gesang von Paul Gigers Violine sowie dem Trillern von Marie-Louise Dählers’ Cembalo. Ende des Prologs, Blackout.

Kurz wünscht sich, dass ihre Arbeit unter die Haut geht. Deshalb die Reihe «Zooming», bei der das Publikum, denkbar  nah am Geschehen, auf der Bühne sitzt. In Teil vier, «The Sea is a Skin», geht sie’s direkt an.

Ihr Forschungsgegenstand: eben die Haut, das romantischste Organ nach dem Herzen. Aber ihr Ansatz ist strikt biologisch. Unter dem Mikroskop liegen elf knappe Beobachtungsproben ungenannter Spezies (inspiriert von den biomorphen Skulpturen des Brasilianers Ernesto Neto) - Mikroben, Korallen oder Amphibien, keine Menschen. Wesen ohne Psyche, Bewegung ohne Emotion, Begegnungen ohne Beziehung. Ein unwillkürliches Formenspiel der Natur. Perfekt.

Licht. Zoom auf ein Pulsieren, Zucken, Schrumpfen, Zerspringen. Die vielköpfige Kreatur wächst, teilt sich, schwebt durch den Raum, fließt an den Rändern ab. Ein Trio ...

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Tanz Dezember 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 43
von Katja Werner

Vergriffen
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