Nigel Charnock: «Stupid Men»

Grossbritannien

Tanz - Logo

Tunte sein. Oder zumindest schwul. Ein spezieller Wunsch, zugegeben, aber für eine atemlose Homo-Revue nicht unangebracht. Vier männliche Objekte fegen in «Stupid Men» über die Bühne und durch die Zuschauerreihen, und für jeden Geschmack ist etwas dabei: straff-durchtrainiert, gemütlich-aufgeschwemmt, sehnig-frustriert. Ihr Unterhaltungsprogramm zur Biennale de Venezia war noch nicht ganz ausgereift, aber eindeutig fixiert: Sex, Männer, Sex, Attraktivität, Sex, Verführung, Sex, Frauen (Pseudothema), Sex.

Nigel Charnock, Adrian Howells, Mike Winter und Robin Dingemans geben ihr Bestes: tanzen, singen, strippen bis zum Vorletzten, rasen durch den Saal, klettern durch die Zuschauerreihen, entwenden italienischen Zuschauerinnen die Handtasche, beschimpfen ihr Publikum (you: fat! you: old! you: Jew! German, Italian, boring, ugly, beautiful, sexy – alles taugt zur Beleidigung) und sind immer dann am besten, wenn ihr Spektakel richtig aufdreht und alles gleichzeitig geschieht.

Der Aufwand an Energie, den sie betreiben, ist zweifellos beträchtlich, ebenso ihre Professionalität und die gesammelten Jahre an Erfahrung (laut Programmheft angeblich insgesamt hundertfünfzig). Das Thema ist auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 48
von Elisabeth Nehring

Vergriffen
Weitere Beiträge
Alwin Nikolais

Alwin Nikolais hat etwas mehr verdient als dieses Buch mit dem Titel «The Returns of Alwin
Nikolais», erschienen bei www.wesleyan.edu/wespress. Nach 15 Beiträgen, davon die Hälfte Nachdrucke aus den 1980er Jahren, will man diese «Returns» nicht mit seiner «Rückkehr», sondern viel lieber mit «Entschädigungen» übersetzen, die die Herausgeber Claudia Gitelman und...

Brief aus Kabul

Natürlich gibt es keinen Tanz in Afghanistan. «Der Islam. Das müssen Sie verstehen», sagt Mohammad Azim Hussainzadah, Leiter der Theaterabteilung an der Kabul Universität. «Gibt es eine Stelle im Koran, die den Tanz verbietet?» «Nein», sagt der  Mitausrichter des 4. Afghanischen Theaterfestivals, gemeinsam mit dem Goethe-Institut Kabul stolzer Zusammenführer aller...

Duda Paiva

Duda Paiva trained as a modern dancer and actor in Brazil, India and Japan (butoh) before arriving in the Netherlands in 1996, where he settled. He has worked on many dance projects and movies with choreographers such as Paul Selwyn Norton, Itzik Galili, Ron Bunzl, Karin Post and with dance companies such as RAZ and Piet Rogie & Company. His research blending dance...