Newcomer: Shahar Binyamini
Manche Choreografen führen heute ein nomadischeres Leben als ihre Tänzer. Shahar Binyamini macht gerade die Erfahrung. Sein Wohnsitz ist zwar Tel Aviv, doch dort weilt der Ruhelose kaum einmal, seit ihm immer mehr Kompanien aus Europa und Asien ihre Tänzer anvertrauen. Ein Choreograf wie er könnte es sich im Leben nicht leisten, sich einer Anti-Flug-Bewegung anzuschließen. Der Mai 2019 zeigte das überdeutlich. In einem Kalendermonat fanden Binyamini-Premieren in Singapur (Frontier Danceland Company), Frankreich (Ballet du Rhin) und Österreich statt.
Im Juli hat er ein Rendezvous mit der Bora Dance Company in Seoul, und in der kommenden Saison lotst Marco Goecke ihn ans Staatstheater Hannover.
Das macht deutlich: Um den smarten 30-Jährigen, der sein Biotechnologiestudium dem Tanz opferte, ranken sich zunehmend globaler Buzz und Hype. Der Ursprung all dessen ist dennoch untrennbar mit Tel Aviv und drei Namen verbunden: Batsheva, Naharin und Gaga. Sieben Jahre lang tanzte Binyamini bei Bat-sheva, bis vor Kurzem in Ohad Naharins Kompanie. Er begann dort auch kurze Stücke zu kreieren und stieg zur rechten Hand und zum Kronprinzen Naharins auf, dessen Gaga-Methode weltweit an Einfluss ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2019
Rubrik: Side Step, Seite 18
von Thomas Hahn
Der Titel klingt kompliziert: «Handlungsleitfaden zur Gefährdungsbeurteilung physischer Belastungen im professionellen Bühnentanz». Die Broschüre der Unfallkasse NRW hingegen ist klar gefasst, unmissverständlich und leicht zu lesen. Schließlich sollte sie von allen Tänzern und Tänzerinnen gelesen werden, die tagtäglich zahlreichen Gefährdungen ausgesetzt sind, die...
Die Aufregung ist groß. Mütter und Mädchen mit Hoffnung in Auge und Herz warten in den Gängen vor den Ballettstudios der Zürcher Hochschule der Künste. Die Mädchen tragen Nummern auf der Brust, als würden sie zu einem Wettbewerb antanzen. Darunter ein einsamer Junge, einer von 19 Jugendlichen, der wie seine -18 Kolleginnen gerne Tänzer werden möchte. Sie sind an...
Wir fliegen nicht mehr. Keiner soll mehr fliegen. Nach dem Künstler und Choreografen Tino Sehgal hat dies nun auch der französische Leitwolf unter den Tanzmachern so beschlossen: Jérôme Bel. Alle geloben, nur noch Zug zu fahren. Das schont die Umwelt. Findet wahrscheinlich auch Sasha Waltz, hält sich aber nicht dran. Sie flog samt ihrer Kompanie gerade zu einem...
