frankfurt/main: tine van aerschot «we are not afraid of the dark»
Stimmen, Lichter, eine Frau. Viel braucht es nicht für diese Performance über das Sterben. Keine Musik, kein Geschrei. «We are not afraid of the dark», behauptet der Titel. Ein Versprechen an die Zuschauer, die am Ende wohl weniger Angst vor der endgültigen Dunkelheit haben könnten als zuvor. Das Stück will niemanden therapieren. Was zählt, ist die allerletzte Bewegung. Die letzte im Leben bleibt tröstend in Erinnerung.
Die Niederländerin Tine Van Aerschot, Grafikerin, jahrelang tätig an Theatern, inszeniert seit 2006 auch selber.
Dreißig Lampen sind ihr Bühnenbild: Auf unterschiedlich langen Drahtgestellen stecken weiße Tüten, sie haben etwas Provisorisches, Schwebendes, entfernt Menschliches. Diane Gaidry knipst sie einzeln an. Sie knistern und schwanken leise. Neun leuchten; später mehr. Im Spiegel der Wandkacheln von PACT Zollverein waren sie schwerelose Lichtpunkte. Gaidry, ganz irdisch, in Jacke und brauner Hose, geht, steht, setzt sich auf die dicke Lautsprecherbox. Sie liest aus Karteikarten vor, die Stimme auf mittlerer Lage, fast fragend. Zwei andere Stimmen wechseln sich mit ihr ab, aus der Box: Claire Marshall und Don McKellar. Es geht darum, nicht zu verstummen. Sie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Melanie Suchy
Von A wie Heinz Alt bis Z wie Vilém Zrzavy listet das Programmheft 54 Komponisten auf, die von den Nationalsozialisten oder deren Verbündeten ermordet wurden, und es sind längst nicht alle. Wesentlich umfangreicher ist jedoch das Verzeichnis jener «entarteten» Kollegen, die von den Nazis verfolgt, inhaftiert oder ins Exil, bzw. in die innere Emigration gezwungen...
der lehrer_________
thomas hauert
Sie sind seit Kurzem Valeska-Gert-Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. Wie werden Sie mit den Studierenden der Tanzwissenschaft arbeiten? Wie immer fange ich mit Einzelübungen an. Ich rede zunächst über die Gelenke, den Ort zwischen zwei Knochen, der Bewegung erst ermöglicht. Wir beginnen mit der Wirbelsäule, einer...
Wenn Bridget Breiner in ihrer Heimat Cleveland/USA in den tiefblauen Himmel schaut, würde sie am liebsten hineinfliegen. Wie «ein größerer Mensch» fühle sie sich dann. Das gleiche Blau hat die Tänzerin, Choreografin und frischgebackene Ballettchefin am Musiktheater im Revier nun in monochromen Bildern von Yves Klein entdeckt.
Aufbruchstimmung wecke der Anblick in...
