kleider machen tanz
Wie die Alltagsgarderobe entfaltet auch jede Tanzkleidung ihre Wirkung erst beim Tragen – mit der Bewegung des Körpers. Ob etwas weit oder eng sitzt, ob Röcke fliegen oder hautnah anliegen, jedes Detail verändert die Silhouette. Das gilt für die Tanzkleidung naturgemäß umso mehr, als hier die Wirkung im Vordergrund steht und der Betrachter nicht flüchtig, sondern ganz bewusst hinschaut. Entsprechend bewusst wird umgekehrt die Beweglichkeit, die Widerspenstigkeit, also die jeweilige Qualität der Textilien eingesetzt.
Dabei lassen Form, Material und Verarbeitung nicht nur Rückschlüsse auf den jeweiligen Träger zu, sondern speichern auch erkennbar konzeptionelle Erwägungen oder praktische Routinen. Mehr oder minder markante Gebrauchsspuren weisen zudem auf den individuellen Tänzerkörper hin, der die Kleidung einst getragen hat. Denn jede Bewegung lagert sich im Gewebe ein und überliefert damit das Interaktionsmuster von Tänzer und Kleidung. Wer Tanzgewänder aus dem 20. Jahrhundert genauer betrachtet, wird verschiedene Beziehungsebenen ausmachen: Das Tanzkleid kann die Leiblichkeit negieren, betonen, erweitern, kostümieren, es kann die Bewegung unterstreichen und zugleich die ...
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Tanz Dezember 2012
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Katja Stromberg
Als George Balanchine 1947 seine «Sinfonie in C» mit dem Ballett der Pariser Oper einstudierte, funkelten noch Lüster aus Kristall über der Szene. «Le palais de cristal» lautete denn auch der Originaltitel dieser furiosen Hommage an Bizets Jugendsinfonie in C-Dur, die nach New York übernommen wurde und dabei ihren endgültigen Namen erhielt. Wer sich an eine neue...
kalender 2013
ballett im revier
Aus der weitgehend konservativen, auf bloße Markenidentität einer Kompanie X bedachten Bilderflut an Tanzkalendern leuchtet ein Beispiel deutlich heraus. Bridget Breiner und die Stadt Gelsenkirchen haben aus der einfachen Rechnung «zwölf Tänzer = zwölf Monate» eine Tugend gemacht (oben: das Februarbild mit Joseph Bunn.)
Der Kalender...
George Crumbs 1971 entstandene Komposition «Vox Balaenae» ist kein Öko-Manifest, sondern reine Kunst. Wohl geht das Werk für Piano, Cello und Flöte auf den Gesang der Wale zurück, aber Umweltprobleme waren vor 40 Jahren noch kein Thema für die zeitgenössische Kunst. Heute jedoch steht das Verhältnis von Mensch und Natur auch bei vielen Choreografen im Fokus....
