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Von einem Tag auf den anderen entschloss sich Thomas Lempertz, mit dem Ballett aufzuhören – «ratzfatz», wie er sagt. Dabei stand ihm als Solist des Stuttgarter Balletts eigentlich die Welt offen. Schon als  Schüler war er in dem Ballettmusical «On Your Toes» das verjüngte Ebenbild von Richard Cragun, in «La fille mal gardée» verkörperte er den verschrobenen Alain und in «Poème de l’extase» einen der vier Traumtänzer der Schönen. Und doch hatte er das Gefühl, etwas anderes machen zu müssen.

Lachend sitzt Lempertz zusammen mit Friedemann Vogel im Pavillon, der im Hof des Alten Waisenhauses steht, der ebenso denkmalgeschützt ist wie das ganze Gemäuer unweit der Staatstheater Stuttgart. Lempertz gesteht: «Ich war nicht krank, nie verletzt. Aber ich hatte auf einmal das Bedürfnis, über mich selbst bestimmen zu können und das zu tun, wozu ich Lust habe.»

So einfach lässt sich ein Beruf allerdings dann doch nicht an den  Nagel hängen. Lempertz fand zwar schnell eine neue Berufung, als er beim Shoppen auf einen Laden voll der kostbarsten Knöpfe, Borten und  Bänder stieß, der selbst zum Verkauf stand. Aber als er, inzwischen gemeinsam mit Vogel Geschäftsführer von «Goldknopf», vor ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz

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